Jahrestag der Gezi-Proteste
Schwere Zusammenstöße in der Türkei

In der Türkei ist es am Wochenende zu neuen Gewaltausbrüchen gekommen. In Istanbul gerieten in der Nacht zu Sonntag Demonstranten und Polizisten aneinander. Premier Erdogan fährt eine harte Linie
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IstanbulAm Jahrestag des Beginns der landesweiten Gezi-Proteste in der Türkei hat die Polizei Demonstrationen in Istanbul und anderen Städten gewaltsam aufgelöst. Sicherheitskräfte setzten am Samstagabend in der Umgebung des abgeriegelten Taksim-Platzes in Istanbul Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein, wie dpa-Reporter berichteten.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor vor einer Teilnahme an Demonstrationen gewarnt. Er drohte mit einem strikten Vorgehen der Sicherheitskräfte, die „präzise Anordnungen“ hätten. Erdogan warf den Demonstranten vor, „terrorisieren“ zu wollen. Massendemonstrationen blieben in Istanbul aus.

Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, alleine in der Umgebung des Taksim-Platzes seien 7500 Polizisten und 50 Wasserwerfer eingesetzt gewesen. Insgesamt seien in Istanbul 25 000 Polizisten im Einsatz gewesen. Einigen hundert Demonstranten gelang es dennoch, sich auf der Istiklal Caddesi zu versammeln, die zum Taksim-Platz führt. Sie forderten in Sprechchören den Rücktritt der Regierung.

Polizisten in zivil prügelten mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Aus den Reihen der Protestierenden wurden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Anadolu berichtete unter Berufung auf die Polizei, rund 120 Menschen seien festgenommen worden. Vier Polizisten seien verletzt worden, einer davon durch ein Geschoss, ein anderer durch einen Molotow-Cocktail. Türkische Medien berichteten von mehreren verletzten Demonstranten.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass Sicherheitskräfte auch in der Hauptstadt Ankara Wasserwerfer und Tränengas einsetzten. Aus anderen Städten wurden ebenfalls Zusammenstöße gemeldet. Anadolu berichtete, in Ankara habe die Polizei 45 Demonstranten festgenommen, in Izmir 65. Regierungsgegner hatten für Samstagabend zur Demonstration auf dem Taksim-Platz in Istanbul und in anderen Städten aufgerufen.

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Auch Journalisten festgenommen

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