Jahrestag des Kriegsbeginns
Powell verteidigt Irak-Krieg

US-Außenminister Colin Powell hat einen Tag vor dem Jahrestag des Kriegsbeginns erneut die Invasion gegen Kritik verteidigt. Powell ist überraschend in Bagdad eingetroffen.

HB BAGDAD. Vor Hunderten US-Soldaten und Zivilpersonal sagte Powell am Freitag, der Irak und seine Nachbarn müssten nicht länger das Chemiewaffenarsenal des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein fürchten: „Wir müssen uns darüber an diesem März-Tag keine Gedanken mehr machen, an dem sich der Beginn des Krieges jährt.“ Die USA hatten den Krieg unter anderem mit der Behauptung begründet, Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen, blieben den Beweis bislang jedoch schuldig. UN-Generalsekretär Kofi Annan kündigte an, sobald wie möglich ein Team von politischen Beratern in den Irak zu schicken. Diplomaten zufolge hat die US-geführte Verwaltung des Irak als Termin dafür die kommende Woche vorgeschlagen. Die UN-Experten sollen die Bildung der Übergangsregierung und die Vorbereitung der für Anfang kommenden Jahres geplanten Wahlen beratend begleiten.

Die alliierten Truppen sorgten zwar rasch für den Sturz Saddams, ein Ende der Gewalt ist aber nicht absehbar. US-Vertreter gehen davon aus, dass sich wegen des Jahrestages und der geplanten Machtübernahme durch eine irakische Übergangsregierung am 30. Juni die Anschläge häufen werden. Zuletzt waren am Donnerstag zehn Menschen bei Anschlägen, darunter auf zwei Hotels, getötet worden. Von den US-Soldaten im Irak kamen bislang 392 Soldaten bei Kampfhandlungen ums Leben. Zuletzt starb ein Marineinfanterist, der am Mittwoch durch Granaten verwundet worden war.

US-Präsident George W. Bush hat die Alliierten zum Jahrestag des Kriegsbeginns zur Geschlossenheit aufgerufen. Südkorea indes wies eine Aufforderung der USA zurück, seine 3 000 vor der Entsendung in den Irak stehenden Soldaten auch zur Unterstützung von Offensiv-Operationen zur Verfügung zu stellen. Das Land, das bereits 600 medizinische und technische Hilfskräfte in den Irak geschickt hat, will seine Soldaten nicht in Kirkuk im Norden des Irak stationieren. Das Verteidigungsministerium begründete dies mit der gefährlichen Sicherheitslage. Die Suche nach einem neuen Einsatzort macht es unwahrscheinlich, dass es wie geplant noch im April zu der Verlegung kommt. Südkorea stellte allerdings klar, dass es weiter an der Stationierung festhalte. Außenminister Ban Ki Moon sagte, die Pläne Spaniens hätten bei der Entscheidung seines Landes keine Rolle gespielt.

Spaniens designierter Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte am Donnerstag weitere Bedingungen für den Verbleib der spanischen Truppen im Irak gestellt. Dem Fernsehsender Telecinco sagt der Sozialist: „Die UN müssen die politische Kontrolle über die Situation im Irak übernehmen, über die Besatzungs-Streitkräfte muss neu nachgedacht werden, neue Streitkräfte müssen sich beteiligen und natürlich muss es die Zusicherung gaben, dass wir innerhalb eines Rahmens des internationalen Rechts agieren werden.“ Bislang hatte Zapatero lediglich eine Übernahme der Kontrolle durch die Vereinten Nationen (UN) bis Ende Juni gefordert. Spanien hat 1 300 Soldaten im Irak stationiert.

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