James Comey vor dem US-Kongress FBI-Chef bringt Donald Trump in Schwierigkeiten

James Comeys Aussagen im Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses lassen Trump toben: Ja, es wird wegen Verbindungen des Trump-Teams zu Russland ermittelt. Und nein, Obama hat den Trump-Tower nicht abhören lassen.
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FBI-Chef James Comey (l) und der Chef des Geheimdiensts NSA, Michael Rogers, sagen während einer Anhörung vor dem Kongress in Washington aus: Das FBI untersucht laut Comey die mögliche Einflussnahme durch Russland auf den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr und mögliche Verbindungen zum Wahlkampfteam Donald Trumps. Quelle: AFP
James Comey / Michael Rogers

FBI-Chef James Comey (l) und der Chef des Geheimdiensts NSA, Michael Rogers, sagen während einer Anhörung vor dem Kongress in Washington aus: Das FBI untersucht laut Comey die mögliche Einflussnahme durch Russland auf den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr und mögliche Verbindungen zum Wahlkampfteam Donald Trumps.

(Foto: AFP)

New YorkEigentlich sollte an diesem Montag alles um Neil Gorsuch gehen, den Juristen, den US-Präsident Donald Trump für den Supreme Court nominiert hat. Doch die Senatsanhörung geriet fast in Vergessenheit, als die Nachrichten aus dem Geheimdienstausschuss im Abgeordnetenhaus bekannt werden. Fast fünf Stunden lang steht der FBI-Chef James Comey den Volksvertretern Rede und Antwort und lässt dabei gleich zwei Bomben platzen.

Erstens: Das FBI ermittelt, ob es im Wahlkampf Verbindungen zwischen dem Trump-Team und Russland gegeben hat. Zweitens: Der Vorgänger im Weißen Haus, Barack Obama, hat Trump im Wahlkampf in seinem Trump Tower nicht abhören lassen. Ein Präsident könne ein solches Abhören gar nicht anordnen, stellte er klar.

Als Comey das Wort ergreift, stellt er zunächst klar, dass die Bundespolizei eigentlich zu laufenden Ermittlungen nichts sagen darf. Aber das ihm vorgesetzte Justizministerium könne eine Ausnahme machen, wenn es sich um ein überragendes öffentliches Interesse handele. Und das ist bei den Themen Russland und Abhörung eindeutig der Fall.

Neben dem Zwei-Meter-Mann Comey sitzt Mike Rogers, der Chef des Geheimdiensts NSA. Ein Mann mit Erfahrung, was Abhören und Geheimdienste angeht. Als ihn die Abgeordneten zu den Abhörungen befragen, lässt der wissen, dass es vielleicht keine gute Idee war, dem britischen Geheimdienst GCHQ indirekt zu unterstellen, man hätte Obamas Abhöraktion unterstützt. Großbritannien sei schließlich eine befreundete Nation. Die Abgeordneten wollen auch wissen, was Rogers von Trumps Bemerkung halte, der US-Präsident habe mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel gemein, von Obama abgehört worden zu sein. Dazu sagt Rogers, dies mache die Dinge nur komplizierter. Deutschland und die USA bräuchten einander.

Die Untersuchungen, ob sich Russland in den US-Wahlkampf einmischt, haben laut Comey bereits im Juli 2016 begonnen. Damals waren über Wikileaks Tausende Mails der Demokraten an die Öffentlichkeit gelangt.

Eins wurde in dem Ausschuss klar: Amerikanische Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland Cyberangriffe auf die US-Demokraten orchestrierte. Comey und Rogers gehen stellten jedoch auch klar, dass es dafür bisher keinerlei Beweis gibt. Es kann also immer noch sein, dass am Ende herauskommt, dass alles anders war.

Trump weist seit Monaten alle Anschuldigungen von sich. Er selbst hatte sich allerdings mit sehr Putin-freundlichen Äußerungen verdächtig gemacht. Außerdem mussten schon zwei Vertreter aus seinem engsten Kreise wegen russischer Verbindungen gehen: Michael Flynn haben seine Beziehungen zu Russland seinen Posten im Sicherheitsrat gekostet. Und auch der Lobbyist Paul Manafort ist nicht mehr im Team.

Was die Vorwürfe Trumps angehen, sein Vorgänger hätte ihn in seinem Turm abgehört, lässt der FBI-Chef keinen Zweifel, als ihm der Demokrat Adam Schiff Tweet für Tweet vorliest: „Ich habe keine Information, die diese Tweets bestätigt“, sagte Comey. „Wir haben sie uns genau umgeschaut beim FBI“, aber die Agenten hätten nichts gefunden, was diese Vorwürfe bestätigen könnte.

Comey spielt damit in der amerikanischen Politik eine immer entscheidendere Rolle: Er hatte bei Donald Trump und Hillary Clinton schon im Wahlkampf für heftige Gefühlsbäder gesorgt. Etwa als er Hillary Clinton zum Abschluss der FBI-Ermittlungen zur E-Mail-Affäre im Juli 2016 extreme Sorglosigkeit vorwarf, aber keine Anklage empfahl. Donald Trump war wütend, konnte Comey aber später wieder dankbar sein. Schließlich gilt Comey in den Augen vieler Demokraten auch als Wegbereiter für Trumps Wahlsieg, weil er kurz vor der Wahl mitteilte, neue E-Mails Clintons seien womöglich bedeutend für die eigentlich abgeschlossene Untersuchung. Nur um zwei Tage vor der Wahl – nach Ansicht von Clinton zu spät – zu sagen, die Prüfung habe nichts Neues ergeben.

Eins scheint klar: Comey ist ein unabhängiger Kopf. Barack Obama hatte den Republikaner, der schon bei einem Hedgefonds und bei der Rüstungsfirma Lockheed Martin gearbeitet hat, 2013 als Direktor der Bundespolizei nominiert. Heute gilt er als parteilos. Und unabhängig.

Und was macht Trump? Er reagiert mit wildem Twittern auf die Vorwürfe. Gleich fünf Kurznachrichten twitscherte der Präsident noch am Vormittag. Darin eifert er gegen die angeblich falschen Umfragen zu seiner (Un-)Beliebtheit, dazu, dass es viel wichtiger sei, jene ausfindig zu machen, die interne Dokumente nach außen geben und wirft außerdem mal eben einen neuen Vorwurf in den Raum: „Was ist mit der Clinton-Kampagne und den Russen ?“

Als hätte man ihn gewarnt, er wirke zu nervös, legt Trump am Nachmittag mit einem großväterlichen Tweet nach und gratuliert Eric und Lara Trump zu ihrem männlichen Nachwuchs, der im September zur Welt kommen soll.

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5 Kommentare zu "James Comey vor dem US-Kongress: FBI-Chef bringt Donald Trump in Schwierigkeiten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Frau Bollmohr.
    Leben Sie im Mittelalter? Worte sind Gesetz? Lustig! Aber nicht Realität im 21. Jahrhundert. Sie sollten in Kostümfilm gehen wenn Sie glauben das Worte einfach Gesetz sind.

  • Von Anfang an war doch klar, dass Trump rein russische Agenda betreibt. Hätte er wirklich die US-Ausgaben für die NATO reduzieren wollen, wäre es für ihn ein leichtes gewesen, einseitig auf geringere US-Zahlungen zu drängen. Doch darum ging es ihm nie. Er wollte immer nur die Botschaft vermitteln: "Vorsicht osteuropäische Länder, wir helfen euch vielleicht nicht!"

    Das ist aber russisches Programm in Reinkultur. Kein US-Arbeiter und Wähler interessiert sich für dieses Thema. Es war immer verräterisch, dass Trump dies derart in den Vordergrund stellte. Der Mann ist ganz fraglos ein inoffizieller Mitarbeiter von Moskau.

  • Scheinen schlechte Verlier zu sein, die Leute um Clinton, Soros und Merkel. Leute von Ehre begehen Harakiri.

  • Welche Bombe soll das sein? Ermittlungen des FBI gegen Trump und sein Team wegen Kontakte zu Russland...wie lachhaft!
    Schon gleich nach dem Wahlsieg von Trump wollten die US Medien zusammen mit dem Richtern und den FBI den Trump Kontakte/Verbindnungen zu Russland nachweisen. Geschäftsverbindungen und Freundschaftliche Verbindungen kann JEDER US Bürger nach Russland pflegen. Oder wollen in Zukunft die US Medien und das FBI den Außenministern und den US Präsident auch noch verbieten mit Putin und deren Außenminister zu sprechen oder Kontakte zu pflegen. Auch Obama und Clinton hatten Kontakt mit Russland in ihrer Amtszeit.
    Schauen wir mal lieber, wie das Spiel bei der Abhörung von Trump durch die Obama Administration noch ausgeht. Vielleicht lässt ja das Trump "Die Bomde" platzen...

  • Egal, was Donald Trump sagt, er ist der demokratisch gewählte Präsident und seine Worte (bzw. seine „Tweets“) sind somit Gesetz. Und haben nicht angezweifelt zu werden. Schon gar nicht von irgendwelchen untergeordneten Institutionen.

    Die immer noch größte Macht der Welt wäre ja sonst „führungslos“. Wo kämen wir – die ganze Welt - denn da hin.

    Also, Leute, findet Euch einfach mit dem US-Präsidenten ab und schickt Euch in Euer Schicksal, wenn Ihr keinen Ärger kriegen wollt.

    Bleibt ja jedem unbenommen, sich beim Versuch, den von irgendwas zu „überzeugen“ die Zähne auszubeißen.

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