Japan mit Ankündigung zufrieden
Nordkorea zu Gesprächen bereit

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat die Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das Atomprogramm des kommunistischen Landes unter bestimmten Bedingungen zugesagt. Nordkorea sei „niemals gegen die Sechser-Gespräche gewesen und werde sich von den Gesprächen auch nicht zurückziehen“, sagte er nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua Pekings Vermittler Wang Jiarui in Pjöngjang.

HB SEOUL. Seine Regierung sei nie gegen die Gespräche gewesen und setze sich für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel ein, zitierte die Agentur Kim, der faktisch Staatschef Nordkoreas ist. Er äußerte sich damit erstmals öffentlich zu dem Thema, seit die Regierung am 10. Februar erklärt hatte, dass sie über Atomwaffen verfüge.

Gleichzeitig hatte sie den Ausstieg aus den Atomgesprächen erklärt, an denen auch die USA, Südkorea, Japan, Russland und China teilnehmen. Die USA verlangen von Nordkorea den Verzicht auf Atomwaffen.China gilt als engster Verbündeter Nordkoreas. In der Vergangenheit hatte die Regierung in Peking mit einer Unterbrechung von Treibstofflieferungen das Land zurück an den Verhandlungstisch gebracht.

China hatte am Samstag einen hochrangigen Vertreter der Kommunistischen Partei nach Pjöngjang entsandt, um die Gespräche zu beleben. „Wenn die Bedingungen für die Fortsetzung der Sechs-Parteien-Gespräche dank des gemeinsamen Engagements der betroffenen Länder für die Zukunft vorhanden sind, werden wir jederzeit an den Verhandlungstisch zurückkehren“, sagte Kim danach. Am Samstag hatte Nordkorea von den USA als Bedingung für eine Wiederaufnahme ein Versprechen der „Koexistenz und der Nicht-Einmischung“ verlangt.

Japan würde eine Beteiligung Nordkoreas an weiteren Gesprächen über das Atomprogramm des kommunistischen Landes begrüßen. Sollte Nordkorea wirklich zu den Gesprächen zurückkehren wollen, werde Japan dies „begrüßen“, sagte Außenminister Nobutaka Machimura am Dienstag nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Machimura bezeichnete es jedoch als „nicht gut“, dass Kim den Berichten nach versuche, Bedingungen für eine Fortsetzung der Sechser-Gespräche zu stellen. Er forderte die Regierung Nordkoreas dazu auf, bedingungslos an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Chinas Gesandter bestätigte am Dienstag bei seiner Rückkehr aus Nordkorea vor Journalisten, dass Kim seine Bereitschaft zur Fortsetzung der Verhandlungen gezeigt habe. „Wir haben unsere Besorgnis über die Erklärung Nordkoreas vom 10. Februar deutlich zur Sprache gebracht“, ergänzte er. Der US-Unterhändler und Botschafter in Südkorea, Christopher Hill, sagte dazu: „Die Zukunft der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea hängt davon ab, ob sie zu diesen Gesprächen zurückkehren.“

US-Präsident George W. Bush und Außenministerin Condoleezza Rice hatten Nordkorea erst vor Kurzem als „Vorposten der Tyrannei“ bezeichnet. Die Führung in Pjöngjang hatte diese Äußerungen als einen Grund für den Rückzug vom Verhandlungstisch genannt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%