Japan und USA
Großmanöver soll Nordkorea abschrecken

Vor dem Hintergrund der politischen Spannungen mit Nordkorea zeigen die USA weiter Stärke. Nach dem gemeinsamen Manöver mit Südkorea üben die US-Streitkräfte jetzt auch mit Japans Armee. Offiziell soll lediglich die Zusammenarbeit der beiden Staaten gestärkt werden. Doch es ist vor allem eine klare Botschaft an Pjöngjang.
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HB TOKIO. Vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben Japan und die USA am Freitag ihr bislang größtes Militärmanöver begonnen. Rund 34 000 japanische und 10 000 amerikanische Soldaten üben an acht Tagen am Boden, in der Luft und auf dem Meer die Abwehr von Raketenangriffen auf Japan. Das benachbarte Südkorea, das ebenfalls ein vor vor zwei Tagen beendetes Manöver mit den USA im Gelben Meer abgehalten hatte, nahm erstmals mit Militärbeobachtern daran teil. Damit will Tokio seine Solidarität mit Seoul im derzeitigen Konflikt mit Nordkorea unterstreichen.

Das Manöver trage zu einer Stärkung der Zusammenarbeit mit Südkorea und den USA bei, sagte der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa. Die Übungen richteten sich jedoch gegen kein bestimmtes Land. Bei dem Großmanöver auf Militärstützpunkten in ganz Japan sind auf beiden Seiten zusammen 60 Schiffe, darunter japanische Aegis-Zerstörer, und 400 Flugzeuge im Einsatz. Im Mittelpunkt des Manövers steht das Ziel einer Abwehr eines Raketenangriffs auf Japan.

Auch der atombetriebene US-Flugzeugträger "George Washington" ist an dem Manöver beteiligt. Er hatte kurz zuvor bereits an den viertägigen Marine- und Luftwaffenübungen Südkoreas und der USA teilgenommen. Diese waren fünf Tage nach dem Angriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Insel im Gelben Meer begonnen worden und sollten ein Signal der Abschreckung an das kommunistische Nordkorea senden.

Der designierte südkoreanische Verteidigungsminister Kim Kwan Jin hat Nordkorea deshalb mit Luftschlägen gedroht. Sollte Pjöngjang erneut das südkoreanische Land und Volk angreifen, werde Südkorea "gründlich zurückschlagen", sagte Kim am Freitag. Der Politiker sprach bei einer Anhörung im Parlament, bei der seine Ernennung zum neuen Verteidigungsminister bestätigt werden sollte.

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  • Angesichts der Kriegshistorie der Amis mit erfundenen Gründen (z.b. irak-Massenvernichtungswaffen) oder handfesten Angriffsinszenierungen (Eintrittsgrund für Vietnamkrieg-Teilnahme - inszenierter Vorfall in der Straße von Tonkin) muß sich hier der objektive betrachter die Frage stellen, wer da wen letzte Woche angegriffen hat ? Das Nordkorea kein Chorknabe ist ist bekannt, aber die Amis würden auch alles tun, um ihre interessen im fernsten Winkel der Welt zu vertreten. Von daher hat die Medaille immer zwei Seiten !

  • "Vor dem Hintergrund der politischen Spannungen mit Nordkorea zeigen die USA weiter Stärke."
    Genau. Wenn die andere Seite es macht, nennt man es 'Provokation'. Wenn man es selber macht, nennt man es 'Stärke zeigen'. Echt zum Kotzen, diese Kriegstreiberei.

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