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Japans Atom-Desaster: Die IAEA schaut zu und schweigt

Die internationale Atombehörde IAEA trägt fast nichts zur Aufklärung der Fukushima-Katatrophe bei, spielt die Verstrahlung eher noch herunter. Hinter der irritierenden Strategie steckt eine schwierige Doppelrolle.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, verfolgt eine undurchsichtige Kommunikationsstrategie. Quelle: dpa
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, verfolgt eine undurchsichtige Kommunikationsstrategie. Quelle: dpa

Wien/GenfDer Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hält kurz inne und überlegt. "Ja", sagt er, dass die Japaner jetzt größere Mengen radioaktives Wasser ins Meer leiten wollen, das habe er auch in den Medien gelesen. Leider könne er das nicht bewerten, seine Behörde habe dazu keine Informationen. Die anwesenden Journalisten stöhnen, seine neben ihm aufgereihten Berater blicken sich vielsagend an.

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Seit Beginn der Havarie im Kernkraftwerk Fukushima vor einem Monat am 11. März hat die Atombehörde in Wien öffentlich nichts Substanzielles zur Einschätzung und Aufarbeitung der Geschehnisse beizutragen. "The situation remains very serious", lautet die täglich wortgleiche Standardeinschätzung Amanos: "Die Lage bleibt sehr ernst." Zugleich hebt der 63-jährige Japaner regelmäßig hervor, dass sich nichts an den Vorteilen der Nuklearenergie geändert habe.

Die IAEA schaut zu und schweigt

"Die Behörde scheint in ihrer Einschätzung der Lage ziemlich parteiisch zu sein", beurteilt Greenpeace-Nuklearexperte Jan Beranek das bisherige Auftreten der Behörde. Die IAEA versuche, die Geschehnisse in Japan so positiv wie möglich darzustellen, und traue sich nicht, sich wirklich kritisch zu äußern, sagt er.

Diplomaten und Politikwissenschaftler sehen die Behörde in einer unglücklichen Doppelrolle. Einerseits soll die IAEA die friedliche Nutzung der Nuklearenergie fördern, andererseits soll sie sich auch um deren Gefahren kümmern.

Im Vordergrund stehe aber der erste Aspekt, sagt der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder. Dies führe dazu, dass die Folgen von Tschernobyl oder Fukushima "weggelogen" werden, kritisierte er kürzlich im Radiosender SWR1. Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" urteilte: Die IAEA habe bei der Krise in Fukushima auf dem Rücksitz Platz genommen und sei ein unbedeutender Akteur geworden.

Hohe Strahlenbelastung verharmlost

Beranek nennt als Beispiel für die Einseitigkeit der IAEA das japanische Dorf Iitate außerhalb der Evakuierungszone. Die im Boden gemessene Konzentration von radioaktivem Jod lag dort deutlich über dem von der IAEA empfohlenen Grenzwert. Greenpeace forderte die Evakuierung des Ortes. In ungewohnt klarer Weise veröffentlichten auch IAEA-Experten die hohen Werte in dem 7000-Einwohner-Dorf und legten Japan nahe, sich die Situation genau anzusehen.

Japan lehnte ab - und die IAEA ruderte nach zwei Tagen zurück. Sie habe nie die Räumung empfohlen, dies sei Sache der japanischen Behörden, hieß es. Schuld seien die Medien, die das alles falsch transportiert hätten, beschwerten sich Offizielle in einer weiteren Pressekonferenz. Experten, die sich möglicherweise kritisch äußern könnten, standen nun unter der Aufsicht von Sprechern.

  • 10.04.2011, 20:33 UhrSayTheTruth

    Die IAEA ist genauso sinnlos und korrupt wie das IOC (Internationale Olympische Kommitee).

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