Japans Premier bildet Kabinett um
Abe hofft auf Befreiungsschlag

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe reagiert auf die schwere Wahlniederlage seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP). Mit einer Kabinettsumbildung will er die Unterstützung der Wähler zurückgewinnen und die Skandale der vergangenen Monate vergessen machen.

HB TOKIO. Im Zuge seiner geplanten Kabinettsumbildung wird Japans Ministerpräsident Shinzo Abe Medienberichten zufolge wichtige Schlüsselressorts neu besetzen. Zum neuen Außenminister und Nachfolger von Taro Aso werde der liberaldemokratische Regierungschef den einflussreichen 62-jährigen Parteifunktionär Nobutaka Machimura ernennen, meldete die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt NHK am Montag.

Neuer Finanzminister soll der einstige Verteidigungsminister Fukushiro Nukaga werden, der seinen 74-jährigen Vorgänger Koji Omi im Finanzressort ablöst. Hauptaufgabe Nukagas wird es sein, Haushaltsreformen einzuleiten, um die hohe Staatsverschuldung einzudämmen.

Die amtsmüde Verteidigungsministerin Yuriko Koike wird in ihrem Amt vom früheren Außenminister Masahiko Komura abgelöst. Koike war erst im vergangenen Monat als erste Frau an die Spitze des Verteidigungsministeriums gekommen.

Abes Partei hatte bei der jüngsten Oberhauswahl eine schwere Schlappe kassiert. Der seit rund einem Jahr amtierende Ministerpräsident ist nach mehreren Affären und Pannen im Regierungsapparat laut Umfragen äußerst unpopulär.

Abe war kritisiert worden, sich vor allem mit engen Vertrauten umgeben zu haben. Im Zuge von Skandalen mussten drei der von ihm ernannten Minister zurücktreten, ein weiterer nahm sich das Leben. Die Kabinettsumbildung gilt Beobachtern zufolge daher als Befreiungsschlag, um aus dem Umfragetief herauszukommen.

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