Jauch-Talk zum G7-Gipfel
„Man hätte Putin einladen müssen“

Russland, Griechenland, Flüchtlingsdramen: Krise um Krise erschüttert die Welt. Günther Jauch wollte klären, ob die Politik sie noch lösen kann. Geladen dazu war unter anderem Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart.
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DüsseldorfDerzeit treffen sich sieben der einflussreichsten Regierungschefs im beschaulichen Elmau, um auf dem G7-Gipfel über die Probleme dieser Welt zu debattieren. An Krisen-Herden mangelt es nicht: Russland, Griechenland, immer neue Flüchtlingsdramen oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Doch sind Politiker wie Merkel, Obama und Co. überhaupt noch in der Lage, vernünftige und vor allem umsetzbare Lösungen zu finden? Das wollte Günther Jauch gestern mit seinen Gästen in seiner ersten Talkshow herausfinden. Einige Tage zuvor hatte er selbst seinen Rückzug bekannt gegeben. Das allerdings war keine Sekunde Thema der Sendung.

Vor der Show führte Jauchs Team eine Umfrage unter den Zuschauern durch. Ergebnis: Die Mehrheit hält vor allem solche Politiker-Treffen wie die der G7 für viel zu teuer – und dazu noch ineffektiv. Wirkliche Ergebnisse erwartet kaum noch jemand. Dafür hatte „Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart Verständnis, auch er hält das Stelldichein der Volksvertreter irgendwo im bayrischen Nirgendwo für ein sinnloses Ritual. „Das Bundeskanzleramt wäre mehr als geeignet gewesen für so ein Treffen, alle Sicherheitsstandards werden dort erfüllt. Stattdessen sucht man sich ein Schloss im Wald aus, das erst noch hergerichtet werden muss.“

Das sah CDU-Politiker Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, naturgemäß anders: „Wir wollen Deutschland von seiner guten Seite präsentieren. Es wird in vielen Ländern über dieses Treffen berichtet. Wir sind stolz, uns als Gastgeber präsentieren zu können.“ Wichtige Themen müsse man persönlich besprechen, das ginge nicht nur übers Telefon.

Steingart, zu Studentenzeiten in der Marburger Stadtverordnetenversammlung selbst als Politiker aktiv, hält zwar den persönlichen Austausch der Entscheider für richtig, jedoch nicht „wenn 17.000 Polizisten das Gebiet rundherum absperren“. Das sei in Zeiten, wo die Kassen leer sind, reine Geldverschwendung. Danach ging es vor allem um einen, der beim G7-Gipfel gar nicht dabei ist: Russlands Präsident Wladimir Putin: „Man hätte Putin einladen müssen. Politik ist dazu da, Konflikte zu lösen, und nicht nur Gleichgesinnte einzuladen“, befand Steingart.

Altmaier beharrte jedoch auch auf Nachfrage darauf, dass in Elmau nur Politiker erwünscht seien, die eine demokratische Wertegemeinschaft darstellen würden. Die Ukraine-Krise mit Russland würde auf gesonderten Gipfeln besprochen werden.

Ein erfrischendes Gegengewicht zu Polit- und Medienbetrieb in der Sendung war Fagr Eladly. Die 22 Jahre alte Medizinstudentin hatte in der Vorwoche auf sich aufmerksam gemacht, als sie die Pressekonferenz des ägyptischen Präsidenten Sisi für einen lautstarken Protestauftritt („Er ist ein Mörder!“) nutzte.

Kommentare zu " Jauch-Talk zum G7-Gipfel: „Man hätte Putin einladen müssen“"

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  • alle hatten doch längst begriffen,daß Jauch ein Auslaufmodell ist,das bewies er aufs Neue:überfordert,schablonenhaft,unflexibel.....ohne ihn wäre der Talk vielleicht besser geworden.
    ohne ihn gehts nun weiter,und das ist gut so.....

  • noch eine kleine Korrektur/Nachtrag:

    auf dem Gruppenbild der Teilnehmer winken Merkel und Hollande nicht (haben wohl den Einsatz verpasst) oder wurde ein falsches Bild veröffentlicht?.

    Zudem bin ich sowieso etwas "falsch", da ich mich auf das "Ereignis" als solches beziehe und nicht auf die Quasselstunde beim Hr. Jauch.....

  • Ich hatte bereits am Freitag geschrieben, dass meiner Meinung nach 330Mio. € für die sieben Leute in keinem Verhältnis stehen.
    Das war, wie zu sehen war, ein Fehler.
    Das von der EU noch Tusk und der leider wohl unvermeidliche Juncker dabei waren, waren somit 9 Personen Teilnehmer zugegen.

    Somit reduzieren sich die Kosten per Teilnehmer/Tag auf nur noch: 36.666.666,66€ oder für den Steuerzahler problemlos verkraftbare 763.888,88€ per Teilnehmer/Stunde

    Es wird dafür also ein paar schutzige Teller mehr geben.
    Das Gruppenbild mit fröhlich winkenden Teilnehmern ist inzwischen veröffentlicht.
    Zudem gab es ein weiteres tolles Bild, wo der Herr Sauer (Info für den der's nicht weiß: das ist der Gatte von Mutti Merkel) mit den Damen der Teilnehmer (Wetter hat ja zum Glück "gepasst") eine fröhliche Kutschfahrt unternommen hat.

    Was bleibt bisher sonst in Erinnerung?
    Obama hat ein alkoholfreies Weizenbier getrunken und KEINE Lederhosen (da muss man doch vorher daran denken!!!).
    Aber die Lederhose könnte Ihm Mutti Merkel sicher noch schnell besorgen - das fällt bei dem Budget nicht mehr in's Gewicht.

    Alles in Allem: ein schönes Wochenende für alle Teilnehmer - da trifft man sich gerne wieder mal. Bis zum nächsten Mal......

    Es werden sich auch in Zukunft sicher ein paar Punkte finden, über die dringend gesprochen werden muss.

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