„Je suis Nico“
Alle lachen über Sarkozy

Beim Trauermarsch in Paris tauchte Nicolas Sarkozy zeitweise in der ersten Reihe auf. Der Verstoß gegen das Protokoll brachte Frankreichs Ex-Präsidenten im Netz Hohn und Spott ein. Die schönsten Bildmontagen.
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ParisWeil er beim großen Gedenkmarsch für die Anschlagsopfer in Paris entgegen dem Protokollplötzlich in der ersten Reihe mitmarschierte, ist Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy im Internet mit Spott und Häme überschüttet worden. Auf Montagen wurde sein Bild am Montag in zahlreiche berühmte Fotos hineinkopiert: So steht der konservative Politiker plötzlich neben François Mitterrand und Helmut Kohl, als beide Staatsmänner 1984 auf dem Soldatenfriedhof von Verdun Hand in Hand der Opfer der beiden Weltkriegegedenken – oder ist bei der Mondlandung dabei.

Andere Montagen zeigen den als sehr geltungsbedürftig geltenden Sarkozy auf dem berühmten Selfie mit zahlreichen Hollywood-Stars, das bei der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr aufgenommen wurde. Auch beim Fall der Berliner Mauer 1989, wo er hinter einem Mauerstück hervorlugt, und im Zeichentrickfilm „König der Löwen“ ist er in den Montagen zu sehen. Auf weiteren Spaßbildern steht er neben den Schauspielern der US-Sitcom „Friends“ oder inmitten der französischen Fußballnationalmannschaft, die 1998 die WM gewinnt und gerade den Pokal in die Höhe reckt.

Sarkozy hatte am Sonntagzusammen mit zahlreichen hochrangigen Gästen aus aller Welt an dem Gedenkmarsch für die 17Todesopfer der Anschlagsserie in Paris teilgenommen. Fernsehbilder zeigen, wie Sarkozy vor Beginn des Demonstrationszugs ein Platz in der dritten Reihe zugewiesen wird - hinter seinem Nachfolger François Hollande und anderen mitlaufenden Staats- und Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU), und hinter einer Reihe Personenschützer.

Später läuft Sarkozy plötzlich für kurze Zeit in der ersten Reihe mit, zusammen mitseiner Ehefrau Carla Bruni und neben dem malischen Staatschef Ibrahim Boubacar Keita. Hat sich Sarkozy vorgedrängelt, wie viele Medien spekulierten? Das Magazin „Paris Match“ schrieb online zunächst, Sarkozy habe sich auf dem Foto der Staats- und Regierungschefs „eingeladen“ - änderte dies aber später um und schrieb, der Ex-Präsident sei vom „Menschengewühl“ nach vorn gedrückt worden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • "Warum liest man das nicht im HB??"

    Die Auspeitschung des liberalen Bloggers in Saudi-Arabien wurde heute in einem Artikel des HB (Printausgabe) erwähnt.

  • Jaja, Kruppstahl ist härter als das Blatt mit den Menschenrechtsgesetzen. Für Kohle verkaufen viele von denen doch auch ihre Mutter. Ich hab da noch gar nichts von den Staaten zu gehört. Die winken doch sonst so gerne mit dem Zeigefinger bei anderen Ländern und ihren Menschenrechtsverletzungen.

  • Noch schlimmer fand ich den EU-Parlamentspräsidenten Schulz, der sich immer wieder in der 2. oder 3. Reihe hinter Merkel und Hollande versuchte zu drängeln um ins Blickfeld der Kameras zu kommen;/

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