Jean Asselborn
Niederlande-Wahl Rückschlag auch für Le Pen und AfD

Luxemburgs Außenminister Asselborn sieht in dem niederländischen Wahlergebnis ein Signal für die Wahlen in Frankreich. Die Menschen wollten nicht in den Schlamassel des 20. Jahrhunderts zurückgeführt werden.
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BrüsselLuxemburgs Außenminister Jean Asselborn sieht den Ausgang der Niederlande-Wahl als Schlappe auch für Rechtspopulisten in Deutschland und Frankreich. „Das zeigt, dass es keinen Freifahrtschein für die gibt, die Europa kaputt machen wollen“, sagte Asselborn am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Menschen wollen nicht in den Schlamassel des 20. Jahrhunderts zurückgeführt werden.“

Stärkste Kraft in den Niederlanden wurden – anders als zeitweise erwartet – die Rechtsliberalen von Ministerpräsident Mark Rutte. Die Niederländer hätten dem Wahlkampf des Rechtspopulisten Geert Wilders gegen Europa eine klare Absage erteilt, sagte Asselborn. „Das Ergebnis in den Niederlanden ist Gold wert auch für die Wahl in Frankreich.“

In Frankreich wird im April und Mai in zwei Wahlgängen die Nachfolge von Präsident François Hollande bestimmt. Die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte zumindest in die Stichwahl kommen. Da Le Pen und Wilders ideologisch nahe beieinander seien, entspreche der Wahlausgang in den Niederlanden einer Absage an alle, die ihre eigene Nation nach dem Motto „America first oder Frankreich first“ über andere stellten.

Dass die Chefin der fremdenfeindlichen Front National in der ersten Runde 25 bis 30 Prozent der Stimmen erhalte, hält Asselborn für „unausweichlich“. „Das Problem ist, wenn es darüber hinaus geht“, sagte er.

Für die Bundestagswahl im September erwartet Asselborn „zwei Volksparteien auf Augenhöhe“, wie er weiter sagte. „Das wird die AfD klein halten.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Jean Asselborn: Niederlande-Wahl Rückschlag auch für Le Pen und AfD"

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  • In einem Land wie Holland wo es nur eine 1% Hürde gibt, hatte Wilders nie eine Chance stärkste Partei zu werden und wenn er es geschafft hätte , wäre niemand da der mit ihm regieren wollte.

    Das überschlagen vor Freude bei Deutschen Politikern sollte doch das Signal sein,
    wie in Holland die 1 % Hürde einzuführen . Eine Zersplitterung der Wähler
    ist Schutz vor Rechten wie es aussieht. Also der Einheitsbrei in Berlin könnte das noch schnell ändern.

    Aber wie ich den Hofstaat kenne, wird es nicht dazu kommen.

    In Frankreich wird es anders aussehen , wie auch in Holland wenn die 5% Hürde eingeführt würde.

  • ... Hinterwäldler....

  • Schon wieder einer der sich in Geographie nicht auskennt, Luxemburgs Außenminister Asselborn:

    ...."dass es keinen Freifahrtschein für die gibt, die Europa kaputt machen wollen“.

    Es geht um die EU nicht um Europa. Nur die EU-Politiker setzen aus bekannten Gründen Europa mit der EU gleich.
    Das sollte aber der letzte Hinterwälder verstanden haben.

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