Deshalb wird Griechenland die Euro-Zone vielleicht doch verlassen?
Das ist die freie Entscheidung Griechenlands. Den Willen dazu kann ich dort allerdings nicht erkennen.
Wie lange wird das Land noch am Tropf der Euro-Zone hängen? Zehn Jahre?
Ich glaube nicht, dass dieser Zeitraum ausreicht. Der Anpassungsprozess dauert sehr lange.
Und die Gläubiger Griechenlands? Können Sie ewig weiterpokern?
Die Banken müssen sich bewegen. Das jetzt vorliegende Angebot reicht nicht aus, um die Staatsverschuldung bis 2020 auf 120 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt zu senken.
Müssen sich alle Gläubiger Griechenlands an dem Hair-Cut beteiligen, notfalls auch über rückwirkende Collective Action Clauses?
Ja.
Auch die EZB?
Ich halte sehr wenig davon, der EZB Anweisungen zu geben. Sie muss wissen, was sie tut, und sie wird es tun.
Sollten nicht auch die Euro-Staaten Griechenland Schulden erlassen, damit das Land eine neue Startchance bekommt?
Ich halte keinen der von Ihnen vorgetragenen Lösungsvorschläge für völlig absurd. Es wäre aber absurd, sie jetzt öffentlich zu kommentieren.
Nicht nur Griechenland, sondern auch andere Euro-Staaten stecken tief in der Rezession. Spart sich die Euro-Zone kaputt?
Als die Finanzkrise über den Atlantik zu uns kam, wurden wir aufgefordert, die nachlassende private Nachfrage durch öffentliche Nachfrage zu ersetzen. Notgedrungen mussten wir dafür Schulden machen. Damals haben alle Gurus dieser Welt kritisiert, dass wir die Defizite aus dem Ruder laufen lassen. Dieselben Gurus werfen uns jetzt vor, dass wir mit dem Sparkurs die wirtschaftliche Erholung gefährden.
Die drohende Rezession hat der Euro-Zone noch schlechtere Bonitätsnoten eingebracht. Verstehen die Ratingagenturen die europäische Politik nicht?
Nein, was teils an den Agenturen, teils aber auch an uns liegt.
Die Solidarität Deutschlands
sollte ohne die Solidität der PIGS
nicht funktionieren !
Und du bist einer von den vielen Lügner,, die hier einen zum besten geben.
Griechenland muss die Euro-Zone verlassen – jetzt!
Die Griechenland-Hilfe ist gescheitert. Der Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu belassen, wird immer gefährlicher. Eine Geschichte der enttäuschten Hoffnungen und der gebrochenen Versprechen ihren Lauf. Und das nächste Kapitel steht schon bald an: Im März brauchen die Griechen weitere 14,5 Milliarden Euro, nur um fällige Anleihen zu bedienen – vom sonstigen Bedarf ganz zu schweigen. Jeder weiß: Griechenland hat es nicht verdient, dieses Geld zu bekommen. Denn es wird die Bedingungen, die an die Kredite geknüpft sind, nicht erfüllen.
Deutsche Hartherzigkeit mache Europa kaputt, so erklären griechische Boulevardmedien die Krise, so rufen es Demonstranten und populistische Politiker. Nicht ihre Schulden sind diesen Griechen das Problem, sondern dass andere sie mahnen und drängen und belehren. Damit belügen sie sich selbst und Europa.
Was einen in Athen verstört, ist die unglaubliche Selbstschonung. Wer greift die Verursacher der Misere an? Die griechische Schuldengesellschaft selber. Jene, die stets meinten, in Europa läge genügend Geld für Hellas. Zünfte, die sich an ihre Privilegien klammern. Staatliche Bahnarbeiter, die im Lohnchaos exorbitante Gehälter kassierten. Hinterbliebene, die Renten für Tote einstrichen. Politiker, die Neffen und Nichten ihrer Wähler einstellten. Neffen und Nichten, die sich einstellen ließen. Darüber berichten Athener Medien, gewiss. Was aber fehlt, ist die kathartische griechische Wut auf diese Griechen.
Der Athener Populist redet hart über Merkel, aber milde über die Verantwortlichen im eigenen Land. Weil er lieber gegen einen fernen Popanz geifert, als mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Diese Schwäche, gepaart mit Faulheit und Unehrlichkeit, diese mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik, ist die eigentliche Krise Griechenlands.
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