Jean-Claude Juncker
„Mister Euro“ wollte nie Politiker werden

Jean-Claude Juncker ist der dienstälteste Regierungschef in der EU. Schon als Kind interessierte er sich für Politik. Seine Karriere begann der Luxemburger vor 30 Jahren.
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LuxemburgIn diesem Sommer, auf einem der Höhepunkte der Finanzkrise, konnten Europas Staats- und Regierungschef ihren „Mister Euro“ zu einer Verlängerung überreden. Jean-Claude Juncker wurde als Chef der Eurogruppe gebraucht, als Verhandlungsführer, als Vermittler, als Vertrauensperson. Ein halbes Jahr würde er noch dranhängen, hatte er damals gesagt, und womöglich hat nicht jeder geglaubt, dass er Wort halten würde.

Doch Ende Januar wird Juncker, dessen politische Karriere vor 30 Jahren als Staatssekretär begann, als Chef der Eurogruppe zurücktreten. Als sein Nachfolger wird Jeroen Dijsselbloem, der niederländische Finanzminister, gehandelt. Kein Geringerer als Juncker selbst sagte am Mittwoch noch in einem Radiointerview, er habe „Gründe, zu glauben”, dass Dijsselbloem die Euro-Finanzminister künftig führen werde.

Bei den zur Routine gewordenen Treffen in Brüssel wird Juncker allerdings weiterhin präsent sein: als Luxemburgs Premierminister. Seit 18 Jahren steht der mittlerweile 58-Jährige an der Spitze der Regierung des Großherzogtum. Dabei hatte der 58-Jährige ursprünglich überhaupt keine politische Karriere geplant. „Ich wollte nie Berufspolitiker werden“, sagt er. „Aber ich kann vom Karriereverlauf her nicht abstreiten, dass ich das geworden bin.“ Sein 30-jähriges Regierungsjubiläum feiert er morgen: Am 21. Dezember 1982 wurde Juncker in Luxemburg unter Premierminister Pierre Werner als Staatssekretär für Arbeit und soziale Sicherheit vereidigt.

Für Politik interessierte sich Juncker schon als Kind. „Mein Vater hat mich angehalten, so ab sieben, acht Jahren Zeitung zu lesen. Und hat das auch abgefragt, auf eine legere Art und Weise“, erzählt er. Sein Vater war Hüttenwerkspolizist und Gewerkschafter. „Und wenn der seine Kollegen in der Küche zusammenrottete, habe ich aufmerksam zugehört.“ Der Filius selbst war später auch Mitglied der christlichen Gewerkschaft, bevor er 1974 in die Christlich Soziale Volkspartei eintrat.

Eigentlich wollte Juncker Rechtsanwalt werden. Nach dem Abitur studierte er in Straßburg Jura. Dass er nie als Anwalt gearbeitet hat, bedauert er im Nachhinein. „Weil ich eigentlich gerne ein bisschen Berufsweg gehabt hätte, bevor ich in die Politik überwechselte.“ Dann aber sei er in die Regierung berufen worden. Und später „immer wieder gewählt worden. Da konnte ich nicht von Bord gehen“. Seit Januar 1995 ist er Premierminister in Luxemburg. Und kein bisschen müde: „Bei den Parlamentswahlen 2014 werde ich wieder antreten“, sagt er.

Die Politik hat sich nach Junckers Worten in den vergangenen 30 Jahren „fundamental verändert“. Früher habe man als Politiker Dinge noch erklären können. Heute gebe es nicht nur eine Krise, sondern eine „Polykrise, eine mehrschichtige Krise, die von den USA ausgehend plötzlich die ganze entwickelte Ökonomie weltweit erreicht“. Da müsse man „vielschichtiger“ erklären. „Und zwar so lange, dass eigentlich niemand mehr zuhört.“ Politiker seien heute viel mehr zu Oberflächlichkeit gezwungen als früher, sagt er. „Ich verzweifele eigentlich daran, dass man sich nicht mehr erklären kann.“

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„Ein Jahrestag, der mich beeindruckt“

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  • Bei Juncker kann man nur sagen: Weg mit Schaden!
    Wer macht denn dann die Lobby für das Steuerparadies Luxemburg?

  • Es wäre auch besser gewesen, er wäre nicht Politiekr geworden, er ist ein großer Antidemokrat, der Europa großen Schaden zugefügt hat

  • Die Komplexität einer fundierten „Input-Output-Analysis“ übersteigt bei weitem die mentale Kapazität aller europäischen Finanzminster und ihrer Mitarbeiterstäbe. Die Ergebnisse dieser Modellrechnungen zur EU-Schuldenkrise in Berlin und Brüssel haben wegen einer Vielzahl von Imponderabilien bzw. Unwägbarkeiten keine prognostische Treffsicherheit. Deshalb musste Schäuble auch zugeben, daß er bei der Bewältigung der Eurokrise auf „Sicht“ fliegt, äh fährt. Hat der Mann eigentlich einen „PILOTENSCHEIN“ für das riesen Verkehrsflugzeug Bundesrepublik Deutschland mit seinen 80 000 000 Passagieren? Sind unsere Politiker und ihre Berater zumindest Spezialisten, die sich mit der hochkomplizierten Materie auskennen?
    „Politik hat sich nach Junckers (Eurogruppenleiter a.d.V-) Worten in den vergangenen 30 Jahren „fundamental verändert“. Früher habe man als Politiker Dinge noch erklären können. ... Politiker seien heute viel mehr zu Oberflächlichkeit gezwungen als früher, sagt er. „Ich verzweifele eigentlich daran, dass man sich nicht mehr erklären kann.“

    Dies ist ein ehrliches Eingeständnis. „Politiker seien heute viel mehr zu Oberflächlichkeit gezwungen“, d.h. m.E. sie haben keinen richtigen Durchblick von der Komplexität des Systems das sie steuern. Um Himmels willen – und solche Politiker wollen kleine hochkomplexe Einheiten, wie Länder es nun einmal in Europa sind, zu großen superkomplexen Konglomeraten „zusammenkleistern“. Bei diesen Wahnsinnsfantasien kann ich unseren Eurofanatikern nur sagen „Bleibe im Lande und nähre dich redlich“.

    Beispiele
    Variablen und Kennzahlen für eine ökologische Prognose in einer einzelnen Fabrik
    http://www.fabrikderzukunft.at/puis/kap04_1.htm

    Input Output Analyse mit wenigen Variablen
    http://josephzamora.netau.net/web_documents/__mura_-_input-output.pdf

    Input Output Analyse, dynamische Simulationsmodelle der Eurogruppe zur EURO Schuldenkrise

    Geheim – dankbar für jede URL !

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