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Jean-Claude Juncker: Zehn Schritte zur Rettung des Euro

exklusiv Eigentlich will sich der Chef der Eurogruppe nicht auf einen Schuldenschnitt für Griechenland festlegen. Aber dann verrät Juncker doch noch seinen 10-Punkte-Plan zur Stabilisierung der Eurozone. Ein Interview.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Quelle: AFP
Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Quelle: AFP

Handelsblatt: Herr Juncker, wir haben den Eindruck, die Krise in Europa nimmt kein Ende, weil niemand einen Plan entwickelt, der bis zu Ende gedacht ist. Sie als Euro-Gruppen-Chef sind doch eine europäische Institution. Haben Sie einen – sagen wir – zehn Punkte-Plan zur Lösung der Krise?

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Juncker: Der erste Punkt ist, den Bericht der Troika abzuwarten, jener Männer also, die Europäische Union, Zentralbank und Internationaler Währungsfonds entsandt haben, um die Lage in Griechenland vor Ort zu beurteilen.

Wie wird der Bericht ausfallen?

Ich sagte ja: Abwarten. Wenn der Bericht feststellt, die Griechen liegen völlig außer Plan und es ist nicht gesichert, dass sie ihre Schulden zurückzahlen, dann kann der nächste Kredit nicht fließen.

Dann wäre es also nichts mit einem Plan. Sind wir doch jetzt einfach Optimisten und sagen, die Troika wird vielleicht einiges feststellen, aber sie wird zähneknirschend sagen: Gut, es geht nochmal. Dann fließen die acht Milliarden. Was passiert dann?

Es stehen uns spannende Tage bevor.  Wir müssen uns angesichts der Einlassungen der EZB, des IWF und der EU-Kommission über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden sehr intensiv unterhalten. Wenn Elemente in diesem Troika-Bericht auftauchen, die die Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast auf Dauer in Frage stellen, muss man sich mit der Frage beschäftigen, wie man die griechischen Schuldenstände über eine Beteiligung des Privatsektors hinaus besser gewährleisten kann. . .

. . . also ein Schuldenschnitt!

. . . das kann man nicht mit Schlachtrufen tun, nicht mit schnellen Parolen, die publikumswirksam klingen. Sondern das muss man dann aufgrund eingehender Überlegung tun, wie sich Nachfolgeschäden begrenzen lassen.

Bildergalerie Die Rettungsinstrumente in der Eurokrise

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Das ist jetzt  aber schon ein wenig sibyllinisch - wir wollten doch einen klaren Plan!

Sie wollten.

Wir versuchen es noch einmal. Die Troika stößt also auf Schwierigkeiten, glauben sie. Dann muss es nicht zu einem harten Schnitt, sondern einer sanften Umschuldung kommen. Verstehen wir sie richtig?

Sie können da so viel drehen und wenden, wie Sie möchten, bevor Sie mich auch nur zu einer sanften Aussage bewegen, bräuchten wir länger als die uns zur Verfügung gestellte Zeit. Ihre eigene Zeitung schreibt ja, dass ich zu geschwätzig bin. Insofern sollten Sie den Versuch sofort einstellen. 

Aber krankt nicht die Situation im Moment genau daran, dass wir viel zu viele dieser Aussagen haben, mit denen wir nichts anfangen können?

Das ist, weil Sie viel zu viel fragen.  Wenn jemand wie ich mit Ihnen ein Gespräch führt und erkennbar bestimmte Fragen nicht beantworten möchte, weil, beantwortet er sie, dies erhebliche Folgen an den Finanzmärkten hätte, dann machen Sie trotzdem weiter mit Ihren Fragen. Und sie bringen mich in eine Zwickmühle. Beantworte ich die Frage aus gutem Grund nicht, sagen Sie, ich sage den Menschen nicht die Wahrheit. Was ist Wahrheit?

  • 13.10.2011, 12:15 UhrAnonymer Benutzer: Waterloo

    Ein solches Interview ist eine Schandtat. So eine schwache journalistische Leistung habe ich von dem von mir so geschätzten Habdelsblatt nicht erwartet. Das ist eine Bestätigung dafür, dass wir nicht in einer Finanzkrise, sondern vor allem in einer Journalismuskrise leben. Was die Medien jeden Tag an unqualifiziertem Stumpfsinn produzieren, ist nicht mehr erträglich.

  • 12.10.2011, 23:52 Uhrdago138161

    Dass die Leute in Brüssel und alle mit einem Pöstchen in der EU, ob Gruppen Chef oder sonst was, ihre Posten retten wollen ist klar, zumal wenn man sonst praktisch nur Oberbürgermeister einer Stadt mit Vororten ist. Lügen tun alle Politiker ! Aber man sollte sie an ihren Leistungen messen. Da ist doch der Maastrichter Vertrag und die häufige Brechung dessen Regeln, von denselben Personen,
    ein großartiges Beispiel für Unfähigkeit. Genauso wie wir immer tiefer in die Krise fahren, Dank der Umsicht und Professionalität dieser Politiker!-- EU Politiker sind unfähig ein Europa zu gestalten, was auch am Egoismus der Mitgliedstaaten liegt. Deutschland soll bezahlen und nicht mucken, denn sofort werden uns 2 Weltkriege vorgehalten
    (siehe GR bei Protesten und Polen im Wahlkampf) und Merkel/Schäuble können es sowieso nicht, denn sie können nicht konsequent vorgehen, sondern mauscheln lieber.

  • 12.10.2011, 23:27 UhrAnonymer Benutzer: Osterwelle

    Klar, er fühlt sich vom Gott als lux. Ministerpräsident eingesetzt zu werden. Aber in der Hinsicht ist er nicht der Erste.

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