Jean-Marc Ayrault
Deutschlehrer wird Frankreichs Außenminister

Er studierte ein Semester in Würzburg und spricht gut Deutsch: Frankreichs neuer Außenminister Jean-Marc Ayrault darf durchaus als germanophil gelten. Berlin dürfte die Ernennung des Deutschlehrers begrüßen.

ParisIn Berlin dürfte diese Personalie gut ankommen: Frankreichs neuer Außenminister Jean-Marc Ayrault hat einen engen Draht zum deutschen Nachbarn. Der 66-Jährige studierte einst ein Semester in Würzburg und arbeitete später als Deutschlehrer. Als Trumpf für seine Tätigkeit als künftiger Chefdiplomat bringt er Erfahrung auf höchster Regierungsebene mit – auch wenn die letztlich glücklos blieb: Nach nicht mal zwei Amtsjahren musste Ayrault 2014 infolge einer heftigen Wahlniederlage als Premierminister abtreten.

Der langjährige Fraktionschef der Parti Socialiste (PS) in der Pariser Nationalversammlung gilt als moderat und ist ein enger Vertrauter von Präsident François Hollande. Auch nach dem Abtritt aus dem Kabinett und seiner Rückkehr ins Parlament blieb er loyal, gelegentliche Kritik – zum Beispiel an einer Reform des Deutschunterrichts – äußerte er eher zurückhaltend.

Am 25. Januar 1950 im westfranzösischen Maulévrier geboren, war Ayrault als 21-Jähriger der Parti Socialiste beigetreten. 1977 wurde er zum bis dahin jüngsten Bürgermeister einer Gemeinde mit mehr als 30.000 Einwohnern gewählt, und zwar in Saint-Herblain, einem Vorort von Nantes. 1989 folgte das Bürgermeister-Amt der Hafenstadt selbst, das er mehr als zwei Jahrzehnte ausübte.

Über gute Beziehungen zur Schwesterpartei SPD ist Ayrault auch mit der politischen Linken in Deutschland gut vernetzt. Diskret im Auftreten, gilt der stets perfekt gekleidete Sozialist eher als nüchtern-sachlicher Manager denn als zündender Redner. Das Rampenlicht sucht der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter wenig – anders als die zeitweise ebenfalls für das Außenministerium gehandelte Ségolène Royal.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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