Jemen
IS bekennt sich zu Anschlagserie in Sanaa

Mindestens zwei Menschen starben bei einer Anschlagserie in Jemens Hauptstadt. Auch in anderen Teilen des Landes geht die Gewalt weiter - obwohl Friedensgespräche in Genf die Konfliktparteien an einen Tisch bringen.
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SanaaBei einer Anschlagserie in Jemens Hauptstadt Sanaa sind am Mittwoch mindestens zwei Menschen getötet und 60 verletzt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit.

Unterstützer der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) veröffentlichten im Internet ein angebliches IS-Statement, in dem sich die Organisation zu der Gewalt einen Tag vor Beginn des Fastenmonats Ramadan bekennt. Die Echtheit konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden. In dem Text heißt es, vier mit Sprengstoff beladene Autos seien an verschiedenen Orten der Stadt zur Explosion gebracht worden.

Anwohnern zufolge galten die Angriffe einem Büro der schiitischen Huthi-Rebellen, die Sanaa kontrollieren, sowie mehreren Moscheen im Zentrum der Hauptstadt. Dort hätten Unterstützer der Huthis zu diesem Zeitpunkt gebetet; die Sprengladungen explodierten den Informationen zufolge aber außerhalb der Gotteshäuser. Dem mutmaßlichen Statement des IS zufolge wurde auch der Aufenthaltsort eines führenden Huthi-Führers mit einer Autobombe angegriffen.

Selbstmordattentate auf Moscheen

Schon im März waren bei Selbstmordattentaten auf mehrere schiitische Moscheen in Sanaa 142 Menschen getötet und 351 weitere verletzt worden. Zu den Taten bekannte sich ebenfalls die IS-Miliz. Die Extremisten erklärten damals zudem, die Angriffe seien nur "die Spitze des Eisbergs" gewesen.

Die sunnitischen Dschihadisten betrachten die Huthis als Ungläubige. Die Rebellengruppe aus dem Norden des Landes gehört zu den Zaiditen, einer Untergruppe der Schiiten.

In dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der nach Saudi-Arabien geflüchtet ist. Seit Ende März bombardiert ein saudisch geführtes Bündnis Stellungen der Aufständischen in dem Land. Die Intervention sollte den Vormarsch der Rebellen stoppen und Präsident Hadi zurück an die Macht bringen. Zwar richteten die Angriffe schwere Schäden an, ihre Ziele erreichten sie bisher aber nicht.

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Gewalt geht auch von Al Kaida-Ableger aus

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