Jemen
Mehrere US-Bürger in Händen der Huthi-Rebellen

Nach Angaben aus Regierungskreisen werden mehrere US-Bürger von Huthi-Rebellen im Jemen festgehalten. Derweil fliegt Saudi-Arabiens Luftwaffe weiter schwere Angriffe gegen Stellungen der Milizen.
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Washington/SanaaMehrere US-Bürger werden nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington im Jemen festgehalten. Es werde alles dafür getan, um sie zu befreien, sagte am Sonntag ein Vertreter des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Nach Informationen der Zeitung „Washington Post“ befinden sich mindestens vier US-Bürger in der Gewalt der schiitischen Huthi-Miliz in einem Gefängnis nahe der Hauptstadt Sanaa. Das State Departement bestätigte diese Angaben zunächst nicht.

Washington habe Kenntnis von den Berichten, wonach „mehrere US-Bürger kürzlich im Jemen festgesetzt wurden“, sagte der Ministeriumsvertreter. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz ihrer Privatsphäre wollte er keine weiteren Angaben zur Identität der Betroffenen machen.

Derweil hat die Militärallianz um Saudi-Arabien am Sonntag Augenzeugen zufolge ihre Bombenangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen fortgesetzt. Es seien unter anderem ein Luftwaffenstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Sanaa sowie eine weitere Militäreinrichtung in der Hauptstadt getroffen worden. Der Fernsehsender der Huthis, Al-Masira, berichtete seinerseits von 25 Luftangriffen der Allianz in den Provinzen Saada und Hadscha, die an der Grenze zu Saudi-Arabien liegen. Die Region werde außerdem von Bodentruppen des Königreichs unter Artilleriebeschuss genommen. Eine Stellungnahme der saudiarabischen Behörden lag zunächst nicht vor.

Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, keiner der im Jemen festgehaltenen US-Bürger stehe im Dienst der Regierung. Drei von ihnen sind demnach in der Privatwirtschaft tätig. Über den vierten Gefangenen hieß es in dem Bericht lediglich, er besitze neben einem US-Pass auch die jemenitische Staatsbürgerschaft.

Nach Informationen der Zeitung sollte einer der Gefangenen, der wegen eines abgelaufenen Visums festgenommen worden war, vor einigen Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Die Rebellen hätten dann aber neue Vorwürfe gegen ihn erhoben und seine Freilassung abgesagt. Die „Washington Post“ berichtete auch über den bereits bekannten Fall eines weiteren US-Bürgers, der vor fünf Jahren wegen Terrorvorwürfen im Jemen verurteilt wurde. Auch er soll sich in der Gewalt der Huthis befinden.

Ein Regierungsvertreter sagte der Zeitung, die Bemühungen um die Freilassung der US-Bürger gestalteten sich schwierig, da Washington keinen direkten Kontakt zu den Rebellen habe. Die US-Regierung sei daher auf die Vermittlung durch humanitäre Gruppen angewiesen, die in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa aktiv

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen nahmen im September die im Norden gelegene Hauptstadt ein und rückten rasch nach Süden vor. Seit mehr als zwei Monaten bombardiert eine Allianz sunnitischer Staaten Stellungen der Huthis, um dem ins Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder zur Macht zu verhelfen. Saudi-Arabien befürchtet, dass sein Erzrivale Iran durch einen Sieg der Huthis im Jemen auf der Arabischen Halbinsel Fuß fassen könnte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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