Jemen
Tote bei Polizeieinsatz gegen Demonstranten

Jemenitische Sicherheitskräfte versuchen mit aller Macht, die Protestbewegung im Land zu unterdrücken. Am Samstag stürmten Polizisten ein Zeltlager von Demonstranten. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.
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Bei einigen der heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Regierungsgegnern im Jemen sind am Samstag drei Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. In der Hauptstadt Sanaa stürmten die Sicherheitskräfte am frühen Morgen ein Zeltlager von Oppositionellen. Bei dem anschließenden Gefecht sei ein kleiner Junge tödlich am Kopf getroffen worden, sagte ein Arzt der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mann, der die Auseinandersetzung von seinem Bürofenster aus beobachtete, sei gestorben, nachdem er von einem Querschläger getroffen worden sei, hieß es in Sicherheitskreisen.In der südlich gelegenen Stadt Mukalla starb ein Zwölfjähriger, als die Polizei dort scharfe Munition einsetzte, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

Unter dem Einsatz von Schlagstöcken, Messern und besonders starkem Tränengas waren Hunderte Sicherheitskräfte nach Augenzeugenberichten noch vor Sonnenaufgang in das Zeltlager in Sanaa eingedrungen. Dort harren Demonstranten seit Wochen aus und fordern den Rücktritt des langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Ärzte berichteten, die Polizei verweigere medizinischem Personal den Zugang zum Lager. Das Innenministerium beschuldigte die Demonstranten, das Feuer eröffnet zu haben. 161 Polizisten seien verletzt worden.

Auch in der 200 Kilometer weiter südlich gelegenen Stadt Tais kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Aufständischen. „Sicherheitskräfte in zivil schossen auf die Demonstranten“, sagte einer der Rebellenanführer. Am Vortag hatten landesweit so viele Menschen wie nie zuvor den Rücktritt Salehs gefordert. Sie lehnten sein Angebot einer neuen Verfassung ab.

Die USA zeigten sich bestürzt über die jüngsten Entwicklungen und riefen zur Ruhe auf. Wenn es keinen Dialog geben werde, blühe dem Jemen das gleiche Schicksal wie Libyen.

„Wir wollen einen friedlichen Wandel sehen“, sagte der US-Botschafter im Jemen, Gerald Feierstein. Am Freitag hatten die USA Salehs Bestrebungen zur Lösung der Krise willkommen geheißen. „Alle Teile der jemenitischen Opposition sollten konstruktiv auf Präsident Salehs Aufruf zu einem ernsthaften Dialog antworten, um die ausweglose Situation zu beenden“, sagte der Anti-Terror-Berater der Regierung, John Brennan, in einem Telefonat mit Saleh, wie die US-Regierung mitteilte. Die USA befürchten, dass ein Sturz Salehs ein Machtvakuum erzeugen könnte, das islamistische Extremisten ausnutzen könnten.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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