Jemen
Uno handelt Waffenruhe bis Ramadan-Ende aus

Der Bürgerkrieg im Jemen begünstigt Terrorgruppen, drängt die Bevölkerung an den Rand einer Hungersnot und gerät immer undurchsichtiger. Nun versprechen Rebellen und der Exil-Präsident eine Waffenruhe.
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New YorkDie Vereinten Nationen haben eine bedingungslose Feuerpause im Jemen zur Versorgung von mehr als 21 Millionen Menschen in dem Bürgerkriegsland angekündigt. Sie sollte in der Nacht zum Freitag in Kraft treten und bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan am 17. Juli gelten.

Sowohl der im Exil lebende Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi als auch die Huthi-Rebellen hätten dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihr Wort darauf gegeben, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Humanitäre Hilfe müsse zu allen notleidenden Menschen im Jemen gelangen können.

Zuvor hatte sich der UN-Beauftragte Ismail Ould Scheich Ahmed sich bereits vorsichtig optimistisch geäußert, dass es zumindest einen befristeten Waffenstillstand geben könne. Er hatte mehrere Tage im Jemen vermittelt.

Präsident Hadi hatte vor einer humanitären Pause mehrere Forderungen gestellt, darunter ein Rückzug der Huthis aus Aden, Tais, Marib und Schabwa sowie die Freilassung des Verteidigungsministers. Die UN hatten jedoch Druck auf ihn ausübt, so dass er die Bedingungen schließlich fallen ließ.

Mohammed Ali al-Huthi, der zweithöchste Anführer der Huthis und Leiter des mächtigen Revolutionsrates, begrüßte die Feuerpause. „Wir hoffen, dass diese Waffenruhe der Beginn des Endes der saudischen Angriffe ist.“

Seit Ende März fliegt eine Koalition sunnitischer Golfstaaten unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe gegen die Huthis. Noch am Donnerstagabend wurde von mehreren Angriffen auf von den Huthis kontrollierten Provinzen berichtet. Die Huthis schossen im Gegenzug laut eigenen Angaben Raketen in Richtung der Grenze zu Saudi-Arabien ab.

Die schiitischen Huthi-Rebellen bauen seit knapp einem Jahr ihre Macht im Jemen aus. Hadi ist vor ihrem Vormarsch nach Saudi-Arabien geflohen. Die Huthis sind mit Hadis Amtsvorgänger Ali Abdullah Saleh verbündet und werden vom Iran unterstützt. In dem Konflikt wurden bislang mehr als 3000 Menschen getötet.

Die Vereinten Nationen haben am 1. Juli die höchste Notfallstufe für den Jemen ausgerufen. Laut UN-Angaben brauchen 80 Prozent aller Jemeniten Hilfe, Millionen befinden sich am Rande einer Hungersnot.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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