Jemen
Waffenruhe endet mit Luftangriffen auf Huthis

Fünf Tage lang ruhten die Waffen zwischen der saudi-arabisch geführten Koalition und den Huthis im Jemen. Nun schwindet die Hoffnung auf Frieden - und die Uno warnt vor einem strategischen Vorteil für Dschihadisten.
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Sanaa/New YorkNach einer fünftägigen Feuerpause ist der Krieg im Jemen in voller Härte wieder aufgeflammt. Saudi-Arabien und seine Bündnispartner nahmen in der Nacht zum Montag ihre Luftangriffe auf die schiitischen Huthi-Rebellen wieder auf.

Schwere Kämpfe wurden vor allem aus den südlichen Städten Aden und Tais gemeldet. Der exilierte jemenitische Außenminister Riad Jassin sagte dem Fernsehsender Al-Arabija, es gebe keine Gespräche für eine Erneuerung der humanitären Feuerpause.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte dennoch die Hoffnung, in naher Zukunft eine Friedenskonferenz einberufen zu können. Ban wolle aber, dass die Kämpfe eingestellt würden, bevor er die Einladungen verschickt, sagte sein Sprecher Farhan Haq.

Ban sprach zudem eine Warnung aus: Der politische Konflikt im Jemen könnte eine Route für Dschihadisten durch den Golf von Aden ermöglichen. In einem am Montag in Umlauf gebrachten Bericht an den UN-Sicherheitsrat wies Ban darauf hin, dass die gesamte Region von der islamistischen Miliz Al-Shabaab bedroht werde. Diese stammt aus Somalia, das auf der vom Jemen aus gegenüberliegenden Seite des Golfs liegt.

Al-Shabaab sei immer aktiver geworden, wie etwa Angriffe in der halbautonomen Region Puntland am Golf von Aden oder durch das Massaker an 147 Studenten der kenianischen Garissa-Universität im April zu sehen gewesen sei, sagte Ban. „Gleichzeitig hat die Krise im Jemen das Potenzial, die Region weiter zu destabilisieren und einen Korridor für dschihadistische Bewegungen durch Somalia zu öffnen“, warnte der Chef der Vereinten Nationen. Der Weltsicherheitsrat wollte am Dienstag über den Bericht debattieren.

Die jemenitischen Gesundheitseinrichtungen hätten inzwischen höhere Opferzahlen gemeldete, die aber „wahrscheinlich zu niedrig sind“: Seit dem 19. März seien 1820 Menschen getötet und 7330 verwundet worden. Hilfsorganisationen schätzten, dass seit Beginn der saudi-arabisch geführten Luftangriffe am 26. März mehr als 545.000 Menschen vertrieben worden seien.

Die USA erklärten, letztendlich sei die einzige Lösung für die Krise im Jemen, zum politischen Dialog wieder zurück zu kehren. Außenamtssprecher Jeff Rathke bescheinigte dem saudi-arabischen Bündnis, in der abgelaufenen Feuerpause Zurückhaltung geübt zu haben, während die Huthi-Rebellen Raketenwerfer an die Grenze gebracht und das Königreich mehrmals beschossen hätten.

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