Jemens Präsident
Hadi ist zurück

Vor einer Woche kehrte Jemens Regierung aus dem Exil zurück. Nun kam auch das Staatsoberhaupt im südlichen Aden an. Auf sie warten große Herausforderungen in dem Bürgerkriegsland.

AdenEin halbes Jahr nach seiner Flucht nach Saudi-Arabien ist Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi nach Medienberichten in den Jemen zurückgekehrt. Wie lokale Journalisten und jemenitische Medien meldeten, traf das Staatsoberhaupt am Dienstag in der Hafenstadt Aden ein. Vor einer Woche waren bereits der Ministerpräsident und Vizepräsident Chaled Bahah sowie einige Minister dort angekommen. Aus Aden waren die Huthi-Rebellen im Juli vertrieben worden. Die Stadt soll als vorläufige Hauptstadt dienen, bis die Huthis auch aus Sanaa gedrängt werden.

Im März hatten die schiitischen Huthi-Rebellen die Hafenstadt mit ihren Verbündeten überrannt und den Sunniten Hadi sowie die Regierung zur Flucht gezwungen. Die Huthis beherrschen noch immer große Teile des Jemens. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis sunnitischer Staaten fliegt regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen.

Die Rückkehr der Regierung nach Aden hat vor allem eine symbolische Bedeutung. Bis zur vollständigen Stabilisierung des Landes müssen aber noch zahlreiche Hürden genommen werden. Der Jemen-Experte beim Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen (ECFR), Adam Baron, weist auf die massiven Folgen des Machtvakuums im vergangenen halben Jahr hin. „Der Jemen ist heute noch ärmer, noch zerstörter und noch gespaltener“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dschihadisten seien durch das Machtvakuum gestärkt worden. In dem Land sind Terrorgruppen wie der Islamische Staat (IS) und die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) aktiv.

Baron betonte, dass die Huthis in einigen Teilen des Landes große Unterstützung genossen. Zugleich hätten viele Kämpfer im Süden nur wenig für den Präsidenten übrig. Ihr Ziel sei nach wie vor die Unabhängigkeit des Südens. Die Republik Jemen ist 1990 durch den Zusammenschluss des konservativ-islamischen Nord- mit dem sozialistischen Südjemen entstanden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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