Jens Weidmann: „Die Krise ist nicht vorbei“

Jens Weidmann
„Die Krise ist nicht vorbei“

Griechenland und den anderen Krisenstaaten dürfen aus Sicht des Bundesbank-Chefs keine Schulden mehr erlassen werden. Jens Weidmann plädiert für ein anderes Krisenkonzept. Griechenland geht seinen eigenen Weg.
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DüsseldorfDer Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, ist gegen einen neuerlichen Schuldenschnitt für Griechenland. „Ein Schuldenerlass, der nur dazu führt, dass wir in fünf Jahren wieder vor der gleichen Situation stehen, wäre kontraproduktiv und ein falsches Signal für die Programmländer“, sagte Weidmann im Interview mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). Die Krise in Griechenland könne nur durch Reformen im Land selbst überwunden werden. „Neue Hilfen allein schaffen keine wettbewerbsfähigen Unternehmen und dauerhaft soliden Staatsfinanzen.“ Griechenlands Finanzminister Giannis Stournaras sagte ebenfalls gegenüber dem Handelsblatt, dass sein Land auch keinen weiteren Schuldenschnitt brauchen werde.

Weidmann, seit 2011 an der Spitze der Bundesbank und Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), warnte zudem vor der Annahme, die Schuldenkrise sei vorbei. Zwar habe die Versicherung von EZB-Präsident Mario Draghi, die Zentralbank werde alles Notwendige zur Rettung des Euros tun, für eine Beruhigung an den Finanzmärkten gesorgt. Doch diese Ruhe sei „trügerisch“ gewesen und die Debatte über neue Hilfen für Athen zeige, „dass die Krise nicht vorbei und zu ihrer Überwindung noch viel zu tun ist“, sagte Weidmann. „Das schnelle Ende der Krise zu beschwören ist sachlich falsch und schwächt die Reformbemühungen.“

Mit Blick auf den laufenden Aufbau der Bankenaufsicht der EZB spricht sich Weidmann für die Abwicklung von Instituten aus, die kein tragfähiges Geschäftsmodell haben und die keine privaten Investoren zur Aufbesserung ihrer Kapitalpolster finden. „Banken ohne tragfähiges Geschäftsmodell sollten nicht mit öffentlichem Geld am Leben gehalten werden“, sagte Weidmann.

Die EZB beginnt demnächst mit einer Buchprüfung bei den Instituten, der sich Stresstests anschließen. Es wird erwartet, dass einige Banken danach neuen Kapitalbedarf haben werden. Vor der Abwicklung einer Bank müsse allerdings geprüft werden, ob dies ohne Gefährdung der Finanzstabilität des Euro-Raums möglich sei, sagte Weidmann.

Kommentare zu " Jens Weidmann: „Die Krise ist nicht vorbei“"

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  • Hätte man Griechenland friedlich pleite gehen lassen, hätte jedes Land seine betroffenen Banken und Versicherungen selbst unterstützen müssen. Warum glauben die Politiker, ist es leichter, dem Wahlvolk eine Rettung Griechenlands zu verkaufen (was es natürlich nicht ist) als eine Rettung der dieses Griechenland damals finanzierenden Institute? Dann hätte man mit einem Bruchteil der jetzt in Frage stehenden Summen in Griechenland streng kontrollierte Projekte zur Industrialisierung etc. des Landes fahren können. Jetzt bleibt nur noch der Grexit; jeder weitere Euro Hilfe ist ein verbrannter Euro, über den sich nur Hedgefonds freuen, und diejenigen Euroländer, die unbedingt eine Transferunion wollen, um die ungeliebten Deutschen endlich mal so richtig abzukassieren.

  • "Dumm, dümmer, am dümmsten. Idiotenrepublik Deutschland: Halten uns die Parteien im Wahlkampf für Deppen?"

    Schoen, dass Sie im Namen der AfD aeussern, was diese rechtslastige neoliberale Splitterpartei ueber das Wahlvolk denkt ("Dumm, dümmer, am dümmsten. Idioten"). Da bleibt nur zu hoffen, dass der Waehler die AfD (Alternative fuer Deppen) nicht in den Bundestag waehlt - durch die Wahl der AfD wuerde der Waehler die Einschaetzung der AfD, dass die Deutschen dumm und Idioten sind, bestaetigen. Die AfD ist schliesslich eine Partei, die weder konkrete, nachvollziehbare Konzepte noch ein Partei-Programm hat (nur ein armseliges nichtssagendes "Wahlprogramm" mit 3 Seiten), die den Waehler sogar fuer so bloede haelt, dass er eine Partei waehlt, die nicht einmal konkret und verbindlich sagt, was sie eigentlich will. Bauernfaenger halt... AfD, die Alternative fuer Deppen...

  • Die Trojanischen Herden:
    CDU CSU SPD FDP LINKE GRÜNE-Kinderschänder


    Dumm, dümmer, am dümmsten
    Idiotenrepublik Deutschland: Halten uns die Parteien im Wahlkampf für Deppen?

    +++JA!+++
    Montag, 26.08.2013, 10:42
    von FOCUS-Online-Gastautor Michael Wolffsoh
    …Die Politiker verkaufen uns im Wahlkampf für dumm! Die Parteien setzen uns allesamt geistige Schonkost vor. Warum eigentlich?
    Halten uns die Parteien, alle Parteien, für Deppen? Es scheint so, wenn man sich die Wahlplakate landauf, landab anschaut. Dumm, dümmer, am dümmsten. Ich verzichte auf wörtliche Zitate oder genaue Bildbeschreibungen …

    Gefährlich, gefährlich, gefährlich!

    http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/wolffsohn/dumm-duemmer-am-duemmsten-idiotenrepublik-deutschland-halten-uns-alle-parteien-im-wahlkampf-fuer-deppen_aid_1081570.html

    „Die müssen raus aus Bayern
    “Seehofer und die CSU nehmen WDR aufs Korn
    26.08.2013, 16:49 Uhr/19:18 Uhr
    Ein Fernsehteam des WDR „Monitor“ hatte vergeblich versucht, seine Parteikollegin Stamm zur Verwandtenaffäre zu befragen …

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/die-muessen-raus-aus-bayern-seehofer-und-die-csu-nehmen-wdr-aufs-korn-/8695616.html


    Umfrage
    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html

    Die bunten Neofaschisten von CDU CSU SPD FDP LINKE GRÜNE-Kinderschänder haben sich Deutschland einverleibt!

    Das Volk stoppt sie, durch AfD wählen!
    Deshalb wird die AfD ständig angegriffen!

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