Jeremy Corbyn oder Owen Smith
Labour-Partei wählt neuen Vorsitzenden

Seit zwei Monaten schwillt die Führungskrise bei der britischen Labour-Partei, eine Urwahl zwischen Jeremy Corbyn und Owen Smith soll Klarheit bringen. Dabei ist insbesondere Corbyn parteiintern extrem umstritten.

LondonDie britische Labour-Partei will mit einer erneuten Urwahl einen Ausweg aus der seit zwei Monaten anhaltenden Führungskrise finden: Seit Montag können die Parteimitglieder zwischen dem umstrittenen linken Vorsitzenden Jeremy Corbyn und seinem Herausforderer Owen Smith wählen. Die Basis hat bis zum 21. September Zeit, ihre Stimme abzugeben. Der Führungsstreit hat die traditionsreiche Partei in ihren Grundfesten erschüttert und bedroht gar ihr Fortbestehen.

Der Politikveteran Corbyn war im September 2015 bei der ersten Labour-Urwahl mit großer Mehrheit von der Basis zum Vorsitzenden gewählt worden und genießt immer noch das Vertrauen der Mitglieder. In der Parlamentsfraktion ist der Vertreter des linken Flügels aber extrem umstritten: Bei einer Vertrauensabstimmung votierten Ende Juni mehr als 80 Prozent der Labour-Abgeordneten gegen ihn, doch lehnte er einen Rücktritt ab.

Seine Kritiker werfen ihm vor, mit seinen radikalen linken Positionen nicht regierungsfähig zu sein. Zudem beschuldigen sie ihn, vor dem EU-Referendum am 23. Juni nicht entschieden genug für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben zu haben. Nachdem Corbyn auch nach der internen Revolte an dem Parteivorsitz festhielt, wurde die Urwahl angesetzt, um den schädlichen Machtkampf beizulegen.

Der einzige Herausforderer Corbyns ist der wenig bekannte walisische Abgeordnete Owen Smith, nachdem die frühere Gewerkschafterin Angela Eagle ihre Kandidatur wieder zurückgezogen hat. Der 46-jährige Smith arbeitete lange als Journalist für den Rundfunk BBC, bevor er als Lobbyist für den Pharmakonzern Pfizer tätig war. Seit 2010 sitzt er im Parlament, wo er zuletzt unter Corbyn Sprecher für Renten- und Arbeitspolitik war.

Seit der Wahl Corbyns ist die Zahl der Labour-Mitglieder massiv gestiegen – insgesamt können nun 640.000 Parteimitglieder und Sympathisanten abstimmen. Das Ergebnis soll am 24. September auf einem Sonderparteitag verkündet werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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