Jerusalem-Krise

Netanjahu erneut wegen Korruptionsvorwürfen befragt

Zigarren und Champagner, Freunde in Hollywood – Netanjahu soll illegale Schenkungen angenommen haben. Auch soll der Ministerpräsident Einfluss auf die Medienberichterstattung genommen haben – inmitten der Jerusalem-Krise.
Kommentieren
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll unrechtmäßig versucht haben, Einfluss auf die Medienberichterstattung zu nehmen. Quelle: dpa
Benjamin Netanjahu

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll unrechtmäßig versucht haben, Einfluss auf die Medienberichterstattung zu nehmen.

(Foto: dpa)

Tel AvivIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist laut Medienberichten inmitten der Jerusalem-Krise erneut wegen Korruptionsvorwürfen befragt worden. Die Ermittler seien am Freitagmorgen in seine private Residenz in Jerusalem gekommen, schrieb die Zeitung „Haaretz“. Dies sei bereits die siebte Befragung wegen der Vorwürfe gewesen. Die Polizei wollte die Berichte zunächst nicht bestätigen.

Das israelische Fernsehen hatte unter anderem berichtet, der befreundete israelische Hollywood-Produzent Arnon Milchan habe Netanjahu und seiner Frau Sara über Jahre Zigarren und Champagner im Wert von mehreren Hunderttausend Schekel (mehreren 25.000 Euro) geliefert. Es handele sich um illegale Schenkungen. Netanjahu dementiert, sich unredlich verhalten zu haben.

Außerdem soll Netanjahu versucht haben, unrechtmäßig Einfluss auf die Medienberichterstattung zu nehmen. Dabei soll er sich darum bemüht haben, sich in einem Deal mit einem Medienmogul eine positivere Berichterstattung in der regierungskritischen Zeitung „Jediot Achronot“ zu sichern. Die Polizei bemühe sich, die Ermittlungen in beiden Fällen bis spätestens Mitte Januar abzuschließen, schrieb die „Haaretz“.

Zehntausende von Israelis hatten vergangene Woche in Tel Aviv erneut gegen Korruption und Netanjahu demonstriert. Beim „Marsch der Schande“ forderten Demonstranten seinen Rücktritt.

Die Lage im Heiligen Land ist nach der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt weiterhin angespannt. Nach einer gewissen Beruhigung besteht die Sorge vor neuen Konfrontationen nach den muslimischen Freitagsgebeten.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Jerusalem-Krise - Netanjahu erneut wegen Korruptionsvorwürfen befragt

0 Kommentare zu "Jerusalem-Krise: Netanjahu erneut wegen Korruptionsvorwürfen befragt"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%