John Edwards und Richard Gephardt werden gute Chancen eingeräumt
Kerry sucht nach einem schlagkräftigen Vize

Knapp fünf Wochen vor dem Parteitag der Demokraten in Boston wächst die Spannung, welchen Bewerber Präsidentschaftskandidat John Kerry als seinen Vize vorschlagen wird. Für kurze Zeit sorgte der Name des gemäßigten Republikaners John McCain für Schlagzeilen. Kerry hatte seinen Freund und Senats-Kollegen heftig umworben, doch der populäre Vietnam-Veteran sagte schließlich ab.

WASHINGTON. Wenn es nach der demokratischen Basis und den Funktionären geht, hat nun Senator John Edwards die besten Chancen. „Edwards ist Dynamit – er verkörpert die Zukunft der Partei“, lobt ein Mitglied aus Kerrys Wahlkampfteam.

Der 51-jährige Strahlemann aus North Carolina spielte bei den demokratischen Vorwahlen für den Präsidentschaftskandidaten lange Zeit die Rolle des Hoffnungsträgers. Mit feurigen Reden über die „zunehmende Spaltung Amerikas in Arm und Reich“ sprach er vielen in der Partei aus der Seele. Nach seiner Niederlage schloss sich Edwards der Kerry-Kampagne an und hat offenbar nichts von seiner Faszination eingebüßt. „Wie Elvis“ sei der ehemalige Star-Anwalt kürzlich bei einer Rede im Bundesstaat Minnesota begrüßt worden, schwärmt der dortige Demokraten-Chef Mike Erlandson.

Führende Parteimitglieder sehen in dem charismatischen Senator eine optimale Ergänzung zu dem eher bedächtig und spröde daherkommenden Kerry. Darüber hinaus könnte der in South Carolina aufgewachsene Edwards eine Schneise in den von den Republikanern dominierten Süden schlagen. Das anfangs etwas frostige Verhältnis der beiden Politiker sei in letzter Zeit besser geworden, heißt es. Kritiker bemängeln allerdings, dass Edwards lediglich fünf Jahre im Senat saß und damit zu einer leichten Beute für das Bush-Lager werden könnte.

Offiziell hüllt sich Kerry in Schweigen. „Ich bin der einzige, der weiß, wann er etwas ankündigen wird“, beschied er dieser Tage lächelnd einem Trupp von Reportern. Mitarbeiter aus seinem Umfeld rechnen jedoch damit, dass Kerry in den ersten beiden Juli-Wochen sei-nen Vize-Kandidaten präsentieren wird. Dabei sei auch eine Überraschung nicht ausgeschlossen, mer-ken Kenner an. Engen Beratern hat der hoch dekorierte Vietnam-Veteran zumindest anvertraut, dass er beim Thema nationale Sicherheit keine Schützenhilfe brauche.

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