John und Edwards mit scharfen Attacken
Irak-Krieg wird zentrales US-Wahlkampfthema

Nun gibt es endgültig keinen Zweifel mehr: Der Irakkrieg wird zum zentralen Thema der heißen Phase des US- Präsidentschaftswahlkampfes werden, die mit dem Nominierungsparteitag der Demokraten Ende Juli beginnt.

HB WASHINGTON. Das machte das Spitzenduo John Kerry und John Edwards am Wochenende deutlich, als es zu den bisher schärfsten Attacken gegen die Irakpolitik des Amtsinhabers George W. Bush und dessen Vize Dick Cheney ausholte.

Falsche geheimdienstliche Analysen seien die Grundlage des Irakkrieges gewesen, und das habe die Nation Menschenleben gekostet, sagten die demokratischen Senatoren und lasteten der Regierung zwar allgemein, aber doch im selben Atemzug Unehrlichkeit und das „Zertrampeln von Werten“ an. Von dort ist es nur noch ein kleiner Schritt zum direkten Vorwurf, Bush und seine Gefolgsleute hätten das Leben amerikanischer und britischer Soldaten im Irak auf dem Gewissen. Kerry und Edwards gingen nicht so weit, aber ihre geballte Offensive bietet einen Vorgeschmack der Härte, Bitterkeit und ausgeprägter persönlicher Antipathien, die die Endphase dieser Wahlkampagne prägen wird.

Dabei müssen die Demokraten nicht einmal persönlich immer wieder das Thema Irak auftischen. So steht Ende des Monats die Veröffentlichung des Abschlussreports der Untersuchungskommission zum 11. September an. Fällt der so aus wie die bereits bekannten Zwischenberichte, muss sich Bush warm anziehen. Dient die am vergangenen Freitag auf den Markt gekommene Senatsanalyse zu den Geheimdienstinformationen vor dem Irakkrieg den Demokraten bereits als überaus willkommenes „Kanonenfutter“, so ließ sie doch eine entscheidende Frage aus: die nach der indirekten Verantwortung für die falschen geheimdienstlichen Einschätzungen. Es wird schlicht konstatiert, dass die CIA und andere Dienste versagt hätten, aber nur begrenzt Ursachenforschung betrieben.

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