Jon Stewart
Obamas populärster Wahlhelfer

Der Auftritt in der „Daily Show“ von Talkmaster Jon Stewart kam genau zur rechten Zeit. Kurz vor einer Massendemonstration demokratischer Parteigänger in Washington an 30. Oktober ist US-Präsident Obama in der populären Satiresendung aufgetreten. Obama war zwar nicht witzig, die Episode war für ihn aber dennoch wichtig.
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WASHINGTON. Nach den Maßstäben einer Satiresendung ging der Auftritt ziemlich schief: Denn Barack Obama war weder besonders lustig, noch war Talkmaster Jon Stewart besonders bissig.

Da der Erfolg der „Daily Show“, einer verulkten Nachrichtensendung auf dem Spaßkanal „Comedy Central“, aber an den Einschaltquoten gemessen wird, dürfte am Ende doch wieder alles gut gewesen sein. Denn rechtzeitig vor der Massendemonstration demokratischer Parteigänger in Washington an diesem Samstag hatte die Unterhaltungssendung am Mittwochabend eine Aufmerksamkeit wie selten.

Stewart verlockt den Präsidenten mit scheinbar ernst gemeinten Fragen immer wieder zu staatstragenden Einlassungen. Um hinterher mit trockenem Witz alles ins Lächerliche zu ziehen. Etwa am Beispiel des ausscheidenden Wirtschaftsberaters Larry Summers: Der, so Obama, habe einen „heckuva job“, eine verdammt gute Arbeit, gemacht.

„Hey Alter“, warf Stewart ein, „den Satz willst du jetzt doch nicht wirklich verwenden?“ Weil George W. Bush genau jene Formulierung verwendet hatte, als es um das Krisenmanagement nach dem Hurrikan Katrina ging – einem der Sargnägel seiner Präsidentschaft. Obama musste lachen, sichtlich gequält.

Dabei braucht Obama Jon Stewart. Denn der wird mit seinem Comedy-Kollegen Stephen Colbert am Samstag auf der Mall in Washington eine Großveranstaltung als Gegenstück zur rechts-populistischen „Tea-Party-Bewegung“ inszenieren: Unter dem Titel „Wiederherstellung von Amerikas geistiger Gesundheit“ soll die lethargische demokratische Basis, die Obama vor zwei Jahren ins Weiße Haus geschickt hat, aufgemuntert werden. Um im letzten Moment vielleicht doch noch den republikanischen Erdrutschsieg zu verhindern.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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