Jonathan Hill als EU-Finanzkommissar
Extremist der Gelassenheit

Vom Barkeeper zum EU-Finanzkommissar: Selbst in London ist Jonathan Hill weitgehend unbekannt. Nun soll sich der eigensinnige Lord um die EU-Finanzen kümmern. Die EU-Parlamentarier könnten ihn heute durchfallen lassen.
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LondonIm Oberhaus, wo er oberster parlamentarischer Vertreter des Kabinetts die Regierungsgeschäfte organisierte, galt Lord Hill als „Hans Dampf in allen Gassen“. Wobei diese Etikettierung in seinem Fall nicht nur das übliche Lob für den Typus des wendigen Allrounders war, den die Briten so schätzen. Man kaschierte mit dem Lob, dass eigentlich niemand recht wusste, wer Lord Hill war, was ihn antrieb, woher er kam, und wohin er wollte.

Auch ihn selbst scheinen solche Fragen wenig zu quälen. Verzehrenden Ehrgeiz kann man beim besten Willen nicht als Leitmotiv im Leben des 54-Jährigen ausmachen. „Ich bin nicht besonders gut darin, langfristig vorauszuschauen oder mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen“, sagte er, als ihn vor einem halben Jahr das Parlamentsmagazin zum Tee besuchte. Hill war „Leader of the Lords“ geworden und wenigstens die Parlamentarier sollten durch ihre Betriebszeitung ein bisschen was über den Mann erfahren.

Nicht ohne Stolz, mit Selbstironie und dem Understatement, das den echten britischen Gentleman vom Hugh Grant Typ auszeichnet, erzählte Lord Hill der Parlamentszeitung dann, wie er seine Doktorarbeit über russische Geschichte abbrach, weil er für die vorgesehenen fünf Jahre Forschungsdauer „doch nicht borniert genug war“. Er wechselte stattdessen, erster Schritt einer superb entspannten Karriere, vom Doktoranden zum Barkeeper.

Sogar in Großbritannien, wo glühender Ehrgeiz und Selbstbezogenheit als Verstoß gegen den guten Ton gelten, haben wenige auf dem Weg nach oben so wenig Spuren hinterlassen wie Hill. Als er im Juli vom britischen Premier David Cameron als britischer Kandidat für die neue EU-Kommission benannt wurde, fragte ganz Brüssel „Lord Who?“ und begann zu googeln. Viel mehr, als dass er mit Vorname Jonathan und offiziell „Lord Hill of Oareford, in the County of Somerset“ heißt“, 1960 geboren wurde und nie durch demokratische Volkswahl einen Job bekommen oder angestrebt hat, war nicht über ihn herauszubekommen. Was einige in Brüssel nicht hinderte, sofort gegen den Briten ins Feld zu ziehen.

Er könne sich nicht vorstellen, dass Hill für einen Job in der EU-Kommission eine Mehrheit bekomme „mit seinen radikalen antieuropäischen Ansichten“, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, ohne zu erläutern, woher er diese Information hatte.

Kommentare zu " Jonathan Hill als EU-Finanzkommissar: Extremist der Gelassenheit"

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  • Nun fachliche Kompetenz ist das allerletzte was eine Person für das Amt eines EU-Kommissars (-in) benötigt. Hierfür gibt es Heerscharen von Spezialisten (-innen) und Industrievertreter die behilflich sind in Geheimzirkeln die Details der EU-Gesetzgebung vorzubereiten und auszuformulieren. Alles nur unnötige Details (ob CETA,TTIP,Energiesparlampe,GVOs,Fracking,……)

    Wirklichkeitsfremd und ahnungslos sitzen Sie an den gut gefüllten Trögen der Wertegemeinschaft und machen sich satt und froh und denken Sie selber sind Europa.

  • Absolut untragbar ist Junckers (notfalls muß man lügen) Personalpolitik; unfähige Menschen und abgehalfterte Politiker erhalten bei der EU ihr üppig dotiertes Gnadenbrot, was für eine Geldverschwendung.

  • Vom Barkeeper zum EU-Finanzkommissar.
    Wenn Herr Junker nichts Besseres in Europa findet, sollte er von seinem Amt zurücktreten, es ist unfassbar was hier den EU-Bürgern angeboten wird.
    Weg mit dieser EU-Kommission, vollkommen überflüssig, alle Macht zurück an die nationalen Parlamente, man spart sehr viel Steuergeld und die überhöhten Pensionen sowie die üppigen Gehälter.

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