Jorgo Chatzimarkakis: Der Odysseus der FDP

Jorgo Chatzimarkakis
Der Odysseus der FDP

Mit den Liberalen verbindet Jorgo Chatzimarkakis nicht mehr viel. Schuld ist deren Haltung in der Euro-Krise. Doch der Noch-FDP-Politiker kandidiert trotzdem wieder fürs Europaparlament – diesmal in Griechenland.
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AthenJorgo Chatzimarkakis kennt seinen Homer. Er fühlt sich ein wenig wie der Sagenheld Odysseus, der nach zehnjähriger Irrfahrt heimkehrte auf seine Insel Ithaka. „Dies ist einer der wichtigsten Tage in meinem Leben“, sagt Chatzimarkakis an diesem Donnerstagnachmittag, „ich kehre auf mein Ithaka zurück“. Chatzimarkakis ist in der Athener Geschäftsstelle des Europäischen Parlaments an der Königin-Amalie-Allee. Im Konferenzsaal im 1. Stock stehen die Fahnen der EU-Länder aufgereiht. Es ist ein festlicher Rahmen. Schließlich will Chatzimarkakis hier gleich eine neue Partei aus der Taufe heben. Für die Fotografen und Fernsehteams versucht er, die griechische und die Europafahne gleichzeitig zu umarmen, bringt dabei aber fast den ganzen Flaggenwald zum Einsturz. Vor allem die deutsche Fahne schwankt bedrohlich – ein symbolträchtiges Bild.

Seit fast zehn Jahren sitzt Chatzimarkakis, der Deutsche mit griechischen Wurzeln, im Europarlament, und dort möchte er auch gerne bleiben. Mit seiner bisherigen Partei, der FDP, verbindet den 48-Jährigen allerdings wegen deren Haltung in der Eurokrise nicht mehr viel. Deshalb will Chatzimarkakis am 25. Mai in Griechenland für einen Sitz im Europaparlament kandidieren, als Vorsitzender einer neuen Partei.

„Griechische Europäische Bürger“ nennt sie sich. Sie will „eine starke und fordernde Stimme der Griechen in Europa“ sein, so der Politiker. Schon in der FDP verteidigte er seine zweite Heimat Griechenland standhaft gegen deutsche Angriffe, warnte vor einer drohenden Verarmung infolge der strikten Sparvorgaben, kritisierte die Troika, warb für Solidarität und forderte einen „Herkules-Plan“ zur Wiederbelebung der rezessionsgeplagten griechischen Wirtschaft. Während Teile der FDP einen Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone propagierten, hielt Chatzimarkakis Vorträge mit provokanten Titeln wie „Warum Hellas der Retter Europas ist“.

Schon im April 2013 hatte Chatzimarkakis angekündigt, dass er bei der nächsten Europawahl nicht mehr für die FDP sondern in Griechenland antreten werde. Aber warten die Hellenen wirklich auf den deutschen Griechen? Schließlich stehen Deutschland und die Deutschen in dem Krisenland wegen des „Spardiktats“ nicht hoch im Kurs. Nur noch 33 Prozent der Griechen haben „eine gute Meinung“ von Deutschland, gegenüber 78 Prozent vor neun Jahren. 23 Prozent sehen gar in Deutschland eine „Bedrohung“. Ein heikles Thema für Chatzimarkakis, der als Kind eines griechischen Gastarbeiters und einer deutschen Mutter in Duisburg geboren wurde. Sein Griechisch ist flüssig, aber noch nicht ganz poliert. Ein leichter Akzent verrät den Deutschen.

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Kommentare zu " Jorgo Chatzimarkakis: Der Odysseus der FDP"

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  • Nicht nur dieser Mann ist gescheitert, Euro und EU sind gescheitert. Abwählen!

  • Der Odysseus der FDP?
    Wie kann man einen Betrüger denn mit Odysseus vergleichen, wie funktioniert so etwas?

  • Aha, bei seinem Doktortitel hat er gelogen und betrogen und für Europa möchte er, zitat: "....fordernde Stimme der Griechen in Europa" sein.

    Betrügen und fordern..... Genau, was auch sonst.
    Gut das wir den los sind.

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