José Manuel Barroso
EU-Kommissionschef sorgt sich um sein Image

Wer ist José Manuel Barroso? Bei der Frage müssen viele Europäer passen. Deswegen will der Kommissionschef der EU nun seine PR-Abteilung ausbauen - und erntet Kritik aus dem Europaparlament.
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BRÜSSEL. Obwohl der EU-Kommissionspräsident seit fast sechs Jahren im Brüsseler Amt ist, erreicht er bei weitem nicht den Bekannheitsgrad einer Angela Merkel oder eines Nicolas Sarkozy. Das wurmt den machtbewussten Portugiesen schon lange, doch nun soll alles besser werden.

Der Kommissionschef will sich professionelle Hilfe holen: Vier Fotografen sollen Barroso rund um die Uhr zur Verfügung stehen, um den Präsidenten bei jedem öffentlichen Auftritt im Ausland und zu Hause abzulichten. Außerdem will der Kommissionschef auf wichtigen Reisen in Zukunft regelmäßig Journalisten mitnehmen. Zusätzliche Redenschreiber sollen auch eingestellt werden. Das alles ist Teil einer neuen PR-Strategie, die EU-Kommissarin Viviane Reding im Auftrag ihres Chefs erarbeitet hat. Kostenpunkt: 1,6 Mill. Euro.

Im Vergleich zu den Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit der Regierungschefs in Berlin, Paris oder London bleibt Barroso damit noch ziemlich bescheiden. Trotzdem bekommt er Ärger mit dem Europaparlament. "Es kann ja wohl nicht angehen, dass die Steuerzahler für die Imagepflege von Barroso zur Kasse gebeten werden", empörte sich FDP-Frau Silvana Koch-Mehrin, Vizepräsidentin der Straßburger Volksvertretung. Dort wurde auch der Vorwurf laut, Barroso wolle sich im internen Machtkampf mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy Vorteile verschaffen. Dass die Zusammenarbeit zwischen Barroso und Van Rompuy nicht gerade harmonisch verläuft, ist in Brüssel ein offenes Geheimnis.

In der Entourage des Kommissionspräsidenten findet die parlamentarische Kritik natürlich kein Verständnis. "Hier geht es nicht um persönliche Eitelkeiten des Präsidenten, sondern um Transparenz", heißt es in der Chefetage der EU-Kommission. Die Bevölkerung habe Anspruch darauf, über die Aktivitäten des Präsidenten informiert zu werden.

Im Übrigen sei persönliche Imagepflege für manche EU-Parlamentarier auch kein Fremdwort. Diese Bemerkung zielt auf Koch-Mehrin, die wegen ihrer zahlreichen Auftritte in Unterhaltungssendungen und anderen politikfernen Medien in Brüssel ebenso beneidet wie verspottet wird. Das Europaparlament betreibt auch als Institution professionelle PR - etwa mit dem hauseigenen Sender Europarltv.

Deshalb werden sich die Abgeordneten am Ende wohl nicht weigern, Barroso den aufgestockten PR-Etat zu genehmigen. "Wir wollen nur wissen, wofür das Geld ausgegeben wird", heißt es im Parlament. Das will die zuständige EU-Kommissarin Reding im Januar im parlamentarischen Kulturausschuss erklären. Danach dürfte Barrosos Medienoffensive nichts mehr im Wege stehen.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

Kommentare zu " José Manuel Barroso: EU-Kommissionschef sorgt sich um sein Image"

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  • Also die Frage, wer barosso ist, ist doch leicht zu beantworten:
    Er ist ein strammer Sozialist, kommt aus der maoistischen Partei und genau diese diktatorische Politik macht er ja.
    Deswege versteht er sich ja auch mit der Sozialistin Merkel so gut.
    Die Diktatur aus brüssel, die barosso da errichtet hat, funktioniert doch.Ganz Europa ist doch nichts weiter als eine einzige Planwirtschaft. Allerdings hoffentlich nicht mehr lange.
    So ganz allmählich wenden sich nämlich immer mehr bürger von der Diktatur EU ab.

  • Um sein image muss sich Herr barroso auch große Sorgen machen, weil er seinen "Stall" in brüssel offenkundig nicht im Griff hat bzw. diesen nicht kontrolliert, seine Kommissare Marionetten von ihm sind und er viel lieber Urlaube auf Yachten von griechischen Freunden in der Vergangenheit machte, die in großen Geschäften mit der EU bzw. Kommission verbandelt waren. bestimmte Personen aus Palermo bzw. italien können hiervon noch was lernen.

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