José Manuel Barroso Putin soll mit EU-Beitritt der Ukraine einverstanden gewesen sein

Die Krim und die Ukraine sind das Streitthema zwischen Kremlchef Putin und dem Westen. Dabei sei Putin eigentlich mit dem EU-Betritt der Ukraine einverstanden gewesen, erklärt Ex-EU-Chef Barroso.
Update: 21.12.2014 - 13:50 Uhr 1 Kommentar
Kremlchef Wladimir Putin soll nichts gegen den EU-Beitritt der Ukraine gehabt haben. Quelle: ap

Kremlchef Wladimir Putin soll nichts gegen den EU-Beitritt der Ukraine gehabt haben.

(Foto: ap)

BerlinDer russische Präsident Wladimir Putin war nach den Worten des früheren EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso jahrelang mit einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine einverstanden gewesen. Vor 2012 habe es überhaupt keine Einwände gegen eine EU-Mitgliedschaft gegeben, sagte Barroso der „Welt am Sonntag“.

„Die russische Regierung war fünf Jahre lang im Detail über unsere Gespräche über ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine informiert“, sagte Barroso. Putin habe sich nach seiner Wiederwahl 2012 verändert. „Wenn er heute sagt, er sei überrascht worden, dann ist das nicht wahr.“

Brüssel halte die Tür für Kiew offen, aber „in naher Zukunft“ werde ein Beitritt zur Union nicht erfolgen, sagte Barroso. „Es gibt enormen Reformbedarf.“

Für Barroso ist Russland keine Weltmacht mehr. „China wird an Russlands Stelle rücken und unvergleichlich größere Macht als Russland haben.“ Er halte das Risiko für nicht sehr hoch, dass die wirtschaftlichen Probleme Russlands zu einer globalen Krise führen könnten. „Russland ist nicht besonders eng eingebunden in die Weltwirtschaft und in die internationale Finanzordnung.“

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1 Kommentar zu "José Manuel Barroso: Putin soll mit EU-Beitritt der Ukraine einverstanden gewesen sein"

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  • Man muß die russische Expansionspolitik nicht begrüßen, aber die Art zund Weise, wie Barroso über Russlands Stellung in der Welt spricht, befremdet doch. Barroso soll lieber mal aufpassen, dass der EU nicht die Euro-Währungsunion um die Ohren fliegt, Großbritannien nicht austritt, und auch sein eigenes Heimatland Portugal auf Kurs bleibt. Auch die Regionalkonflikte in der EU (Spanien: Baskenland, Belgien: Flamen und Wallonen) dürften an Euroland noch kräftig nagen. Wer in Glashaus sitzt, sollte nicht arrogant mit Steinen werfen.

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