José Zapatero
Deutschland und Spanien müssen Wirtschaftsunion voran treiben

Deutschland muss weitere Zugeständnisse bei der Harmonisierung der Steuer- und Arbeitspolitik sowie in den Rentensystem der EU machen. Das forderte Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero im Gespräch mit Journalisten des Handelsblatts, sowie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Welt“.
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Spanien mache derzeit seine Hausaufgaben, es führe durchgreifende Reformen auf dem Arbeitsmarkt, im Finanzsektor und im Rentensystem durch, die den in Deutschland im Rahmen der „Agenda 2010“ umgesetzten Maßnahmen sehr ähnlich seien und helfen werden, Spanien wettbewerbsfähig zu machen.

Deutschland und Spanien müssten nun aber ihrerseits die Wirtschaftsunion weiter vorantreiben, sagte Zapatero, der am Donnerstag mit Angela Merkel zu dem diesjährigen deutsch-spanischen Gipfeltreffen in Madrid zusammentreffen wird. „Wir wollen, dass Deutschland nicht nur in der Defensive spielt, sondern in der zentralen Angriffsposition“, so der spanische Premier. Wenn die Euroländer jetzt den Wettbewerbspakt in die Wege leiten, so werde das auf den Finanzmärkten mehr Vertrauen schaffen als es jegliche Aufstockung oder Flexibilisierung des Rettungsschirms vermöge, erklärte der Regierungspräsident. Er wiederholte auch, dass Spanien stark und solvent sei und keinesfalls unter den Rettungsschirm kriechen müsse.

Kritisch wandte sich Zapatero an diejenigen, die aufrechnen, welches Land ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger in der EU oder der Eurozone zahlen muss. Spanien trage mit zwölf Prozent zur Irland-Rettung bei, Deutschland mit 20 Prozent, jedes Land entsprechend seiner Größe. In Spanien habe es allerdings kein böses Blut darüber gegeben, obwohl das Land in einer schwierigen Haushaltslage sei. Wichtig sei doch, dass alle Länder vom gemeinsamen Markt und vom Euro profitieren.

Deutschland habe sicher viel in die EU-Strukturfonds eingezahlt, Spanien werde erst im nächsten Jahr Nettozahler der EU: Doch Spanien kaufe jährlich Waren im Wert von 40 Milliarden Euro in Deutschland, ganz Europa kaufe in Deutschland. „Das ist ein Gleichgewicht“, so Zapatero. „Wir können die europäische Wirtschaftsintegration nicht aufrecht halten, wenn wir nur schauen, wer gewinnt und wer verliert, sondern nur dann, wenn wir sehen, dass der Gemeinsame Markt, der immer weiter vertieft werden muss, allen nutzt.“

Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " José Zapatero: Deutschland und Spanien müssen Wirtschaftsunion voran treiben"

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  • Spanien und Deutschland haben sich im Laufe der Jahrhunderte einen langen Weg zurückgelegt. Hatten die gleiche Monarchen und die gleiche Politik zu bestimmten Zeiten. Nicht die Zeit, um eine teilweise auszugleichen. Es wäre unklug und vereinfachenden Position. Eine Position, die ignoriert Geschichte.

  • ACHTUNG ACHTUNG: Dieser Don Hochstapler fährt gerade sein Land gegen die Wand und schreck auch nicht davor andere mit in den Ruin zu führen.

    ENDE DER NACHRiCHT :-)

  • Herr Zapatero stellt fest, dass ohne deutsches Geld, oder wie er sagt " ohne Zugeständnisse" sein Volk nicht unsere Waren kaufen könnte und das würde den deutschen Export und damit deutsche Arbeitsplätze gefährden. Da frag ich mich, ist es nicht besser, diese Millarden-Zugeständnisse in Deutschland zu verteilen, damit Deutsche bei bMW und Co. einkaufen und so die Wirtschaft stärken....braucht man dafür Spanier und Griechen die uns auch noch im Nachhinein undankbar sind und uns für ihre inkompetenz verantwortlich machen???

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