Journalisten angeblich im Irak misshandelt
Neue Vorwürfe gegen US-Soldaten

Vier irakische Journalisten, von denen drei für die britische Nachrichtenagentur Reuters und einer für die den US- Fernsehsender NBC arbeiten, sind nach eigenen Angaben im Irak von amerikanischen Soldaten misshandelt worden.

HB WASHINGTON. Wie Reuters und NBC am Dienstag mitteilten, ereigneten sich die Vorfälle nach Festnahmen im Januar nahe Falludscha.

Beide Medienunternehmen hätten Untersuchungen beantragt, nachdem sie von ihren Journalisten informiert worden seien, hieß es weiter. Während das Ergebnis der Nachforschungen im NBC-Fall noch ausstehe, sei das US-Militär in einem Bericht zum Schluss gekommen, dass es keine Beweise für eine Misshandlung der Reuters-Journalisten gebe.

Der Agentur zufolge gaben zwei der drei Reporter an, dass sie von den US-Soldaten gezwungen worden seien, ihre Finger zunächst in den Anus und dann in den Mund zu stecken. Sie hätten außerdem ihre Schuhe in den Mund nehmen müssen - eine Erniedrigung für Araber. Allen drei Journalisten seien ferner Säcke über den Kopf gezogen worden, und man habe sie getreten und geschlagen.

Die Männer berichteten am Dienstag, zu den Misshandlungen sei es im Januar auf einem Armeestützpunkt nahe Falludscha gekommen. Sie hätten zunächst Reuters informiert und sich erst entschieden an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem das US-Militär die Vorwürfe zurückgewiesen hatte. Ein für den US-Sender NBC tätiger irakischer Journalist, der mit den Reuters-Mitarbeitern festgenommen worden war, berichtete, ebenfalls misshandelt worden zu sein. In den vergangenen Wochen hatten Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad international Empörung ausgelöst.

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