Jubel in London
G8 feiert historischen Schuldenerlass

Die Finanzmister der acht führenden Industrienationen haben sich am Samstag auf einen Schuldenerlass für afrikanische Staaten geeinigt. Bundesfinanzminister Hans Eichel gab sich zufrieden und bezeichnete den Kompromiss "historisch".

HB LONDON. Harte Diskussionen waren dem Kompromiss vorausgegangen. Gestrichen werden sollen nach dem aktuellen Beschluss vom Samstag die Schulden von zunächst 18, letztlich aber von bis zu 37 der Länder, die von der vor Jahren gestarteten Entschuldungsinitiative HIPC erfasst sind. Deutschlands Finanzminister Hans Eichel (SPD) bezifferte nach einem G-8-Ministertreffen in London das Volumen des Schuldenerlasses, von dem vor allem Länder in Afrika profitieren könnten, mit 55 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 40 Jahren. Es geht um Schulden bei der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Afrikanischen Entwicklungsbank.



„Das ist in der Tat ein historischer Beschluss“, sagte Finanzminister Hans Eichel „Für uns war ganz entscheidend, dass er solide finanziert ist“, fügte er an. Damit begründete er, dass Deutschland, das zusammen mit Frankreich und Japan zuvor lediglich den Schuldendienst für einige wenige der armen Staaten Afrikas übernehmen wollte, letztlich nach heftigem Ringen einlenkte. Auf Deutschland kämen durch den Beschluss in den nächsten drei Jahre Lasten von bis 150 Millionen Euro zu, in den nächsten zehn Jahren würden sie bis zu 950 Millionen Euro betragen.

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