Jugendlicher in Israel getötet
Bush klagt Palästinenser-Führung an

Vor der UN-Vollversammlung hat US-Präsident George W. Bush am Dienstag die Palästinenser-Führung schwer angegriffen. In seiner Rede vor den Staats- und Regierungschefs warf er der Führungsgruppe um Präsident Arafat vor, sich an die Macht zu klammern und dafür Hass zu schüren. Derweil wurde bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Israel ein Palästinenser getötet.

HB NEW YORK/GAZA-STADT. „Die palästinensische Sache ist verraten worden von Führern, die sich an die Macht klammern, indem sie alten Hass schüren und die gute Arbeit anderer zerstören“, sagte Bush. Zwar erwähnte er den Namen des Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat in seiner Rede nicht.

Doch glichen seine Ausführungen früherer Kritik, in der er Arafat beschuldigt hatte, den Friedensprozess im Nahen Osten zu untergraben. Erst am Freitag hatte Bush Arafat beim Besuch des jordanischen Königs Abdullah in den USA als „gescheiterten Führer“ bezeichnet.

Dagegen mahnte der französische Präsident Jacques Chirac, der ebenfalls an der Vollversammlung teilnahm, Arafat sei der einzige, der einen Friedensvertrag für die Palästinenser umsetzen könne.

Bush fuhr in seiner Rede fort, eine Demokratie im Irak wäre eine Anregung für den gesamten Nahen Osten. „Die Schaffung demokratischer Institutionen im Irak schafft ein Beispiel für andere, einschließlich des palästinensischen Volkes. Es wäre klug, dem zu folgen“, sagte der US-Präsident. „Das palästinensische Volk hat seinen eigenen Staat verdient, ... der Reformen verpflichtet ist, dem Kampf gegen den Terror und der Schaffung von Frieden“.

Bush forderte Israel auf, die Voraussetzungen zu schaffen, die die Entstehung eines friedlichen palästinensischen Staates ermöglichen. Die arabischen Staaten rief er auf, militanten Gruppen die finanzielle Grundlage zu entziehen.

Jugendlicher bei Gefechten im Flüchtlingslager Rafah getötet

Unterdessen ist bei einem Gefecht zwischen einer von Panzern unterstützten israelischen Kampfeinheit und bewaffneten Palästinensern am Mittwoch Augenzeugen zufolge ein 15-jähriger Palästinenser getötet worden. Elf weitere Menschen seien durch Granatsplitter von Panzergeschossen verletzt worden.

Nach Informationen aus israelischen Militärkreisen gaben Panzer mehrere Schüsse ab, nachdem der israelische Verband unter Feuer genommen worden sei. Die Soldaten hätten im Grenzgebiet des Gaza-Streifens zu Ägypten nach versteckten Tunnels gesucht, durch die Waffen geschmuggelt würden.

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