Julian Assange Wikileaks-Gründer stellt sich britischer Polizei

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, befindet sich in Polizeigewahrsam. Wie die britische Polizei mitteilte, ist Assange auf Basis des von Schweden ausgestellten internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Ihm wird in Schweden Vergewaltigung vorgeworfen.
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Assange hat die Vorwürfe als Intrige zurückgewiesen. Quelle: Reuters

Assange hat die Vorwürfe als Intrige zurückgewiesen.

(Foto: Reuters)

HB LONDON. Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen gesuchte Gründer des Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, hat sich in London der Polizei gestellt. Der 39-Jährige erschien wie vereinbart am Morgen auf einer Wache in der britischen Hauptstadt, wie die Polizei mitteilte. Assange, der die Vorwürfe von sich gewiesen hat, sollte noch am Dienstag vor einem Gericht im Stadtteil Westminster erscheinen, wo über ein Auslieferungsgesuch Schwedens entschieden werden sollte.

Wikileaks will auch ohne ihren Gründer an der Veröffentlichung weiterer Geheimdokumente festhalten. So wurde am Dienstag ein Verteidigungsplan der Nato für die baltischen Staaten gegen eine Bedrohung durch Russland bekannt. Die schwedischen Behörden werfen Assange Vergewaltigung in einem, sexuelle Belästigung in zwei Fällen sowie Nötigung vor.

Die Taten soll er im August begangen haben. Nach einer Anzeige war zunächst ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, dann eingestellt und dann erneut eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft konnte nach eigener Darstellung Assange zu den Fällen noch nicht befragen und schrieb ihn deswegen zur Fahndung aus. Sein Verteidiger hatte erklärt, Assange habe seine Zusammenarbeit angeboten, auf die aber nicht eingegangen worden sei. Bei einer Verurteilung droht dem früheren Hacker eine Haftstrafe bis zu vier Jahren.

Bei dem Gerichtstermin in London sollte am Dienstag wahrscheinlich über einen Termin für eine Anhörung über die Auslieferung entschieden werden. Diese Anhörung muss innerhalb von 21 Tagen nach der Festnahme stattfinden. Gegen den Entscheid kann vor höheren Gerichten Beschwerde eingelegt werden. Sein Anwalt hat bereits angekündigt, Assange werde sich gegen eine Auslieferung wehren. Schweden stehe offenbar unter Druck aus dem Ausland.

Der Australier Assange und seine Organisation haben den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen, weil Tausende veröffentlichte Geheimdokumente die amerikanische Diplomatie in eine peinliche Lage gebracht haben. Wikileaks geht es nach eigener Darstellung um Transparenz in Politik und Wirtschaft.

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11 Kommentare zu "Julian Assange: Wikileaks-Gründer stellt sich britischer Polizei"

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  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr eines Assenge strafbar??? Ui, sowas! ist das nicht geistiger Dünnpfiff?

    Ebensogut wäre die USA wegen devoter bereitstellung trivialer Geheimdokumente im internet strafbar. Die sollten sich mal was schämen, dass Geld der bürger der USA für einen solchen Literaturschund zu verplempern.

  • Wohin will brüderle da?
    Eine seltsame Kooperation von Wirtschaft, Hochfinanz und Politik hat den Mann da gejagt, oder? Na, ich frag mich wohin das wohl führen wird.

    http://lastknightnik.wordpress.com/2010/12/07/die-jagd-nach-dem-staatsfeind-nummer-1-ist-beendet/

  • Was soll der Quatsch:

    "ihren Angaben nach soll Assange (39) mehrmals ungeschützten Sex verlangt und gegen ihren Willen durchgesetzt haben. Mit geschütztem Sex wären sie nach Medienberichten einverstanden gewesen."

    Was für ein Armutszeugnis für Schweden auf dieser basis ein Haftbefehl auszustellen. Das ist Willkürjustiz.

  • the notorious Rainer brüderle....! :)

    ist hoffentlich niemandem entgangen dass er die US-Regierung mit dem paranoiden DDR-Regime verglichen hat? ich liebe den Kerl!!! Das war schliesslich nicht seine erste gehaltvolle Aussage über die USA in diesem Jahr. Manchmal denke ich mir, unsere Regierung ist vll schlauer als sie -mit Westerwelle und Seehofer- aussieht... ;)

  • Nichts ist leichter aufzutun, als eine Kachelfrau, die Schlimmes behauptet. Und schon sitzt der Mann für Monate im Knast.
    .
    Wie praktisch, dass diese Anklage so gut in den Zeitgeist passt. Da kann man jeden sofort einlochen. Und einen Ober-Störenfried wie diesen erst recht.
    .
    Die Sowjets steckten die Unbequemen (später) in die Psychiatrie. Der Westen in die windige Untersuchungshaft.

  • Auch wenn Wikileaks aus dem Netz verschwindet – die idee dahinter wird weiterleben. im digitalen Dorf sollte ein offener Umgang mit Daten aus dem öffentlichen Raum eine Selbstverständlichkeit werden. Wikileaks kann eine Chance für unsere Demokratie sein:
    http://bit.ly/ej3mEs

  • Assange soll der Nobelpreis fuer Fireden verliehen werden. Seine Haftung ist Fusstritt auf Freiheit und Demokratie.

  • Es ist schon erstaunlich mit welcher Akrebie die Amys und ihre verbündeten Wikileaks bekämpfen.im Schlimstenfall könnte das nicht hinten losgehen.Den es hat sich gezeigt das es ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist.Nachahmer werden sich davon nicht abhalten lassen dafür ist das Web zu autonom.Und die Politik hat nicht begriffen das es zwangsläufig zu weiteren Vertrauensverlusten der Wähler kommt.Das die Politik aber nicht in der Lage ist Fehler einzugestehen und diese aufzuarbeiten wird es für sie nicht immer Positiv enden.Die "Gleichgeschalteten Sender" mit den letzten Versuchen investigativ zu berichten stossen immer öfter an Grenzen.

  • Man schüttelt "im Westen" die Köpfe über Chinas Einstellung zu "Liu Xiaobo" oder Russlands Schauprozesse mit "Michail Chodorkowski" ... wir werden erleben, es wird sich zeigen wie es um die Freiheit bei uns steht...

  • wer den Amis ans bein pinkelt wird so oder so ruhig gestellt.Da ist einem jedes Mittel recht.

    Traurig ist nur, das europäische Länder da immer noch mitspielen.

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