Julian Assange
Wikileaks will Snowden aus der Patsche helfen

Die Enthüllungen um US-Spionage im Internet stammten nicht von Wikileaks. Dennoch sagte dessen Gründer Assange, die Organisation engagiere sich für den Informanten Snowden. In einem weiteren Fall appellierte er an Obama.
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LondonWikileaks-Gründer Julian Assange hat an US-Präsident Barack Obama appelliert, die Ermittlungen gegen die Enthüllungsplattform einzustellen. „Präsident Obama sollte das Richtige tun“, sagte der 41-Jährige am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, ehe ein Präzedenzfall geschaffen werde, der das Ende des investigativen Journalismus in den USA einläuten würde.

Mit der Anklage und dem Prozess gegen den Obergefreiten Bradley Manning, der Wikileaks vertrauliche Dokumente aus der Datenbank des US-Geheimdienstes zugespielt haben soll, wolle die US-Regierung die Weitergabe von Dokumenten an Journalisten „kriminalisieren“. Letztlich gehe es darum, investigativen Journalismus mit Spionage gleichzusetzen.

Zu den jüngsten Enthüllungen um US-Spionage im Internet sagte Assange, dass Wikileaks an Bemühungen beteiligt sei, für Edward Snowden in Island politisches Asyl zu erhalten. Der ehemalige US-Geheimdienstler hatte den Skandal um das Ausspähen des Internets durch den Inlandsgeheimdienst NSA ins Rollen gebracht.

Assange flüchtete sich vor einem Jahr in die ecuadorianische Botschaft in London. Ihm wird vorgeworfen, in Schweden sexuelle Straftaten begangen zu haben. Der Australier befürchtet, dass er in die USA ausgeliefert werden würde, sollte er die Botschaft verlassen und nach Schweden reisen, um zu den Vorwürfen befragt zu werden. In den USA warte bereits eine versiegelte Anklageschrift auf ihn, sagte der Wikileaks-Gründer am Mittwoch.

Die Aussichten auf eine Lösung des Falls sind derzeit gering. Ein Gespräch des britischen Außenministers William Hague mit seinem ecuadorianischen Kollegen hatte am Montag nur wenig gebracht. Nun soll eine Arbeitsgruppe Lösungen sondieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Aufgabe GB und der USA:
    - "investigativer Journalismus mit Spionage" gleichsetzen
    - Wirtschafts- und Industriespionage fördern
    - Politiker und UN-Sitzungen/Meetings verwanzen
    - Totalüberwachung

    Obama - lange haben wir auf seinen Besuch gewartet.
    Er bekam viel Lob im Vorfeld. Stärken wollte er die
    Rechte für Whistleblower - bevor er Präsident wurde.
    Abschaffen wollte er Guantanamo. Jetzt kann er daheim
    bleiben - von mir aus in Texas seine Ruhe finden!

    Geschaffen hat er:
    1.) Eine größere Totalüberwachung und Kontrolle nach dem Idioten George W. Bush
    2.) Keine Klärung eines illegalen Krieges ( noch zu Vorgängerzeiten ) und Nutzung von Dokumenten Bradley Manning zur Verurteilung von menschen- und völkerrechtlich verletzender Folter / Morden
    3.) Keinen Frieden bzw. eine wirkliche Initiative im Nahen Osten, insbesondere mit "seinen" guten Freunden Israels
    4.) Guantanamo weiter aufrechterhalten; auch Afghanistan-Lager ( GB-Guantanamo) nicht abgeschafft
    5.) Pressefreiheit auf das Niveau von Russland gesenkt.

    Yes, you can - but you want NOT!

    Gebe den Friedensnobelpreis zurück,
    das wäre Zivilcourage ( etwas, was
    Bradley Manning hatte ! ).

  • Barack Obama ist mal angetreten um vieles besser zu machen als sein dummer Vorgänger. Er hat sogar den Friedensnobelpreis erhalten, leider zu Unrecht, Obama sollte diesen anstandshalber zurückgeben, Guantanamo wurde bis heute nicht aufgelöst und amerikanische Drohnen töten auch unschuldige Menschen, als sei alles ´nen Videospiel, dazu die NSA Bespitzelungsaffäre etc. etc., es reicht!!! Über Menschenrechte sollte gerade die US Regierung ihre verlogene Klappe halten.

  • die USA, der ehem. Leithammel der westl. Welt, der Gralshüter der demokrat. Werte, befindet sich auf Abwegen. Auch Obama, der nach dem Bush-Desaster ein besseres Amerika versprach, hat alle an der Nase rumgeführt. Die Whistleblower haben das ganze Ausmaß der faschistischer Staatsmacht aufgezeigt. Und das naive amerik. Volk hat noch immer nicht begriffen, dass eine reiche Führungsschicht sie durch einen auf Jahrzehnte künstl. aufrechterhaltenen Militarismus sie in Kriege schickt, um ihre Weltmacht zu erhalten. Dazu ist ihnen fast jedes Mittel recht. Eines davon ist Aufstände zu finanzieren und auch Freund u. Feind auszuspionieren. Unsere Reaktionen zeigen, wie sehr wir in der BRD noch ein besetztes abhängiges Land sind.

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