Juncker-Nachfolge: Frankreich sperrt sich gegen neuen Eurogruppen-Chef

Juncker-Nachfolge
Frankreich sperrt sich gegen neuen Eurogruppen-Chef

Eigentlich ist die Sache klar: Jeroen Dijsselbloem soll Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden. Doch nun haben die Franzosen Vorbehalte gegen das Verfahren zur Ernennung des neuen Eurogruppen-Chefs.
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Frankfurt am Main Die französische Regierung sperrt sich gegen eine zügige Ernennung eines neuen Eurogruppen-Chefs noch im Januar. Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ äußerte Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici Vorbehalte gegen das Verfahren zur Ernennung, wie aus einem am Mittwoch auf der Internetseite der Zeitung veröffentlichten Bericht hervorgeht. Nach bisheriger Planung soll der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem dem langjährigen Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nachfolgen. Eigentlich wollten die Euro-Finanzminister ihren neuen Chef am kommenden Montag ernennen.

Moscovici bemängelte, es gebe bisher noch gar kein offizielles Bewerbungsverfahren für die Nachfolge. Deshalb könne in der kommenden Woche erst die offizielle Suche nach dem geeigneten Kandidaten beginnen. Eine Entscheidung könne dann auf der nächsten Sitzung im Februar fallen, so der Minister.

Der Vorstoß Moscovicis werde in Brüssel als Versuch gewertet, den künftigen Eurogruppen-Chef für französische Positionen zu gewinnen, schreibt die Zeitung. Beispielhaft wird die Weiterentwicklung der geplanten europäischen Bankenunion genannt. Moscovici habe kritisiert, dass Dijsselbloem ihm gegenüber seine „Vision“ von der künftigen Wirtschafts- und Finanzpolitik im Euroraum nicht ausreichend dargelegt habe. „Wie kann der Euroraum in seiner Vollständigkeit erhalten bleiben, wie kann man zu besseren Wachstumsaussichten kommen, wie kann man die Bankenunion weiterentwickeln?“ Zu diesen Fragen erwarte Moscovici konkrete Antworten.



dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn man nur die Wahl zwischen Pest un Cholera hat (Merkel - Steinbrück oder Hollande - Sarkozy )fällt einem die Entscheidung schwer!
    Weil Hand aufs Herz, in Deutschland ist mit dem Europageit auch nicht besser bestellt.
    Jeder für sich und Gott für alle, ist die Regel.

  • O-Ton Moscovici
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    „Wie kann der Euroraum in seiner Vollständigkeit erhalten bleiben, wie kann man zu besseren Wachstumsaussichten kommen, wie kann man die Bankenunion weiterentwickeln?“ Zu diesen Fragen erwarte Moscovici konkrete Antworten.
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    Leider scheint der Monsieur Moscovici nicht zu begreifen daß der Präsident der Euro-gruppe kein Oberrabiner ist, der die Auslegung der Torah festlegt.

    Vielmehr bestimmt der Vertrag von Lissabon im Artikel 2 im "PROTOCOL
    ON THE EURO GROUP" lediglich:

    "The Ministers of the Member States whose currency is the euro shall elect a president for two and a half years, by a majority of those Member States."

    Mangels anderweitiger Befugnisse ist er also allennfalls ein Vorsitzender und Sprecher in dem Rahmen den ihm die Eurogruppe von Fall zu Fall läßt.

    Die Ansichten eines Kandidaten zu Einzelfragen sind also weitgehend unerheblich für seine Fägigkeit das Amt zu führen, und der Vorstoß Moscovici ist deshalb peinlich und überflüßig.

    Aber sein Boß Hollande begreift ja auch nicht allzu viel - warum sollte das bei Moscovici besser sein?

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    Wann werden die Franzosen bloß diese grauenvolle Regierung der Peinlichkeit und Ignoranz wieder los werden?

    Ich wünsche es Ihnen von Herzen.

  • Mal wieder!!!! Einspruch! Eigentlich immer!?!?
    Es wird Zeit die Franzosen mal zurück ins Glied zustellen.
    Die betrachten den EU-Laden als ihren Selbstbedienungsladen. Ist schon schlimm genug was in Brüssel so Alles verbrochen wird. Aber egal Munition ist offenbar noch reichlich vorhanden, bei den Euros siehts wohl schlechter aus.

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