Juncker-Nachfolge Moscovici will doch - oder nicht?

Zu den Favoriten auf den Vorsitz der Euro-Gruppe zählt Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. Am Freitagmorgen sagte dieser plötzlich: "Ich bin kein Kandidat". Doch nur wenige Stunden vorher klang Moscovici ganz anders.
Update: 07.12.2012 - 14:54 Uhr 17 Kommentare
Pierre Moscovici (l.) hat vielleicht doch Interesse am Job von Jean Claude Juncker. Quelle: dpa

Pierre Moscovici (l.) hat vielleicht doch Interesse am Job von Jean Claude Juncker.

(Foto: dpa)

ParisFrankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hat mit widersprüchlichen Äußerungen den Eindruck genährt, als habe er doch Interesse an der Nachfolge von Jean-Claude Juncker als Eurogruppen-Chef. "Ich bin kein Kandidat", sagte der Sozialist am Freitag zunächst dem Sender BFM TV. Wenig später relativierte er seine Äußerung aber: "Jede Vorfestlegung zu dem Thema wäre voreilig". Wenn der Zeitpunkt komme, über eine Nachfolge von Juncker zu entscheiden, dann werde man darüber im Kreise der Euro-Länder gemeinsam nachdenken und befinden. Alle individuellen Schritte in Hinblick auf dieses Amt seien so kurz nach Junckers Rückzugs-Ankündigung unangemessen.

Noch am Morgen hatte der Minister im Gespräch mit dem Fernsehsender die seit Tagen grassierenden Spekulationen, er könnte ein Kandidat sein, klar zurückgewiesen. Juncker hatte vor wenigen Tagen erklärt, er wolle Anfang nächsten Jahres aus seinem Amt als Chef der Euro-Gruppe ausscheiden. Der luxemburgische Regierungschef hatte dies schon vor einigen Monaten angekündigt, sich dann aber umstimmen lassen. Seinerzeit war auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble als Kandidat für das Amt genannt worden. Der CDU-Politiker hatte damals signalisiert, dass er dafür zu Verfügung stände. Inzwischen allerdings gilt diese Variante allerdings als sehr unwahrscheinlich, nicht zuletzt wegen der Bundestagswahl im kommenden Jahr.

Ob die Juncker-Nachfolge bereits beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am 13. Dezember beraten wird, ist nach Angaben von Schäubles Sprecher Martin Kotthaus offen. Im Zentrum der Gespräche solle eigentlich die Freigabe von dringend benötigten Hilfekrediten für Griechenland stehen. Zu Spekulationen, wonach die Personalie erst im nächsten Jahr entschieden werden könnte, sagte Kotthaus, er gehe davon aus, dass die Staats- und Regierungschef an dieser Frage "ein gewisses Interesse haben könnten".

Diese kommen in EU-Rahmen am 13. und 14. Dezember zusammen. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert machte deutlich, wenn die Kanzlerin zu diesem Thema mit Partnern spreche, dann sicher nicht in der Öffentlichkeit.

 
  • rtr
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17 Kommentare zu "Juncker-Nachfolge: Moscovici macht Rückzieher vom Rückzieher"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bei Poltik und Kirche haben Außenstehende ( Aliens ) keine Chance! Genau

  • Wenn dieser Traumtänzer zum Chef wird ,dann werden wir
    untergehen.
    Der WOLFI ist verantwortlich für das EURO-Desaster
    und die Lügen über die deutsche Beteiligung.
    Erst waren es nur "GARANTIEN" und nun werden es echte "ZAHLUNGEN".
    Der größte Lügner aller Zeiten !!!

  • Falsch. Die Gestalten in Politik und Kirche sind die Aliens, Menschen haben keine Chance :-)

  • Bei Poltik und Kirche haben Außenstehende ( Aliens ) keine Chance!

  • Jeder, der für sein Land das Beste will, wird diesen Posten ablehnen. Denn dann kann er nicht mehr Nachdruck Forderungen in nationalem Interesse äußern sondern muss moderieren. Unseren Rollifahrer stört das natürlich nicht. Denn er wollte noch nie das Beste für unser Land und seinen Mitstreiter im Bundestag fehlt es an der nötigen Intelligenz, das zu erkennen. Also wird sich jetzt ein wenig geziert und dann Wolfgang Schäuble nach harten Verhandlungen zum neuen EUG Chef ernannt werden. Die PIIGS lachen sich insgeheim ins Fäustchen, wissen Sie doch, dass sie so den obersten Euromantiker und EuDSSR Verfechter an die richtige Position bringen...

  • froh, dass der "Lügner" Juncker den Posten aufgibt. Jetzt kann er sich der Bekämpfung der Schwarzgeldkriminalität in LUX widmen.

  • Muss der Job nicht europaweit ausgeschrieben werden?

    Wo kann ich mich bewerben?

  • Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!

  • Solche Pos. dürften nur von Geberländern besetzt werden.
    Ein Franzose (ok-man soll ja nicht verallgemeinern) kann mit Geld umgehen?? Der EU-€-Topf MUSS schrumpfen, sonst hört die Schmarotzerei nie auf. UND noch eins: Die EU hat Deutschland nötiger als Deutschland die EU. dieses ewige geplärre das wir ein Exportland sind mit den vielen Unwahrheiten in der Argumentation kotzt mich an (sorry!)

  • Die Eurogruppe soll Utta Urpilainen als Chef haben.

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