Junger Rekrut bis zur Amputation mishandelt
Russischer Minister nach Folter von Soldaten unter Druck

Das russische Verteidigungsministerium Sergej Iwanow gerät aufgrund eines Folterskandals

HB MOSKAU. Nach der brutalen Misshandlung eines Rekruten durch andere Soldaten hat der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow daraufhin am Freitag den Leiter einer Militärakademie entlassen und eine Untersuchung angeordnet. Zuvor hatte er den Vorfall noch als nicht ernst zurückgewiesen.

Nun sagte er dem Fernsehsender Kanal Eins, er frage sich, warum die Verantwortlichen den Vorfall fast vier Wochen lang nicht gemeldet hätten. Kameraden hatten den 18-Jährigen am Silvesterabend derart gequält, dass ihm beide Beine und die Genitalien amputiert werden mussten.

Die Soldaten in der Panzerakademie Tscheljabinsk schlugen und misshandelten mehrere weitere Rekruten, die aber mit leichteren Verletzungen davonkamen. Sieben Soldaten seien festgenommen worden, erklärte Iwanow. Der Leiter der Akademie, Generalmajor Viktor Sidorow, muss sich nach Angaben der Militärstaatsanwaltschaft nach seiner Entlassung wegen Amtsmissbrauchs verantworten, weil er das Verbrechen vertuschen wollte.

Der 18-jährige Rekrut war erst mehrere Tage nach dem Vorfall ins Krankenhaus gebracht worden, als sein Zustand bereits kritisch war und er nicht mehr aufrecht stehen konnte. Die Staatsanwaltschaft wollte klären, warum die Ärzte dem Mann zunächst eine Behandlung verweigerten. Die Mutter des Opfers wurde nach eigenen Angaben erst informiert, als ihrem Sohn bereits ein Bein amputiert worden war.

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