Justiz statuiert Exempel

WhatsApp in Brasilien blockiert

48 Stunden lang „keine Verbindung“ – jedenfalls per WhatsApp: Weil der Internetdienst die Herausgabe von Daten verweigert, sperrt ein brasilianisches Gericht allen Nutzern im Land den Zugang. Die Konkurrenz profitiert.
Brasilien gehört mit zu den stärksten Märkten für WhatsApp – umso empfindlicher dürften den Konzern die Maßnahmen treffen. Quelle: Reuters
Starke Nutzung

Brasilien gehört mit zu den stärksten Märkten für WhatsApp – umso empfindlicher dürften den Konzern die Maßnahmen treffen.

(Foto: Reuters)

Rio de JaneiroDer in Brasilien von Millionen Menschen genutzte Internetdienst WhatsApp ist landesweit für 48 Stunden blockiert worden. Damit will ein Gericht das Unternehmen zur Herausgabe von Daten in einem Kriminalfall bewegen. Seit der Nacht zu Donnerstag ist der Dienst lahmgelegt. Der Anbieter Telegram, über den mit einer Internetverbindung ebenfalls kostenlos Nachrichten verschickt werden können, verzeichnete nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen neue Nutzer. Die Blockade war von einem Gericht in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo angeordnet worden, die führenden Telefongesellschaften leiteten daraufhin die Sperrung ein.

Hintergrund ist ein Strafverfahren, in dem der Anbieter nicht kooperiert haben soll. Worum es genau geht, war zunächst unklar. Im Februar war eine landesweite Blockade noch von einer Berufungsinstanz zurückgewiesen worden. Damals ging es laut Medienberichten um die Herausgabe von Daten im Zusammenhang mit einem Pädophilie-Fall.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kritisierte die bisher beispiellose Blockade des zu seinem Unternehmen gehörenden Dienstes WhatsApp scharf. „Das ist ein trauriger Tag für Brasilien“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. „Brasilien ist bisher ein Alliierter gewesen bei der Schaffung eines offenen Internets.“ Es könne nicht sein, dass die Entscheidung eines Gerichts „jede Person in Brasilien bestraft, die WhatsApp benutzt“. Er sprach von über 100 Millionen Betroffenen.

Brasilien gilt als eines der Länder mit den meisten Nutzern des Dienstes, über den kostenlos Nachrichten, Fotos, Videos und Sprachmitteilungen versendet werden. Auch Telefonanrufe sind bei entsprechender Internetverbindung kostenlos in alle Welt möglich. WhatsApp hat die kostenpflichtige SMS-Kurznachricht weitgehend ersetzt. Weltweit sollen rund 900 Millionen Menschen WhatsApp nutzen. Facebook hatte den Dienst 2014 für rund 22 Milliarden Dollar gekauft.

Diese Tech-Ikonen verschenken ihre Milliarden
Mark Zuckerberg
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Die Geburt seiner Tochter hat den Facebook-Gründer dazu inspiriert, 99 Prozent seiner Facebook-Aktien zu spenden. Der 31-Jährige und seine Ehefrau Priscilla Chan kündigten in einem langen Brief an ihre Tochter Max an, sie wollten das Vermögen von aktuell rund 45 Milliarden Dollar für die Lösung dringender Probleme auf der Welt ausgeben. Im Fokus der „Chan Zuckerberg Initiative“ sollen zunächst unter anderem Bildung und der Kampf gegen Krankheiten stehen, sowie das Ziel, „Menschen zu verbinden“. Zuckerberg hält gut 420 Millionen Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks, sie machen fast sein gesamtes Vermögen aus. Doch er ist mit dieser Initiative nicht der Einzige in der Tech-Welt.

Sheryl Sandberg
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Die mächtigste Frau in Zuckerbergs Konzern ist ebenfalls dabei: Die Topmanagerin und ihr mittlerweile verstorbener Mann Dave Goldberg schlossen sich 2014 der Initiative „The Giving Pledge“ an. Die beiden verpflichteten sich, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu Lebzeiten oder nach ihrem Tode für wohltätige Zwecke zu spenden. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt Sandbergs Vermögen auf rund 950 Millionen Dollar (690 Millionen Euro). Ihr Geld steckt vor allem in Facebook-Aktien.

Dustin Moskovitz
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Auch ihn machte Facebook reich: Moskovitz war einst der jüngste Self-Made-Milliardär der Geschichte. Der dritte Angestellte in der Geschichte von Facebook hat sich im Rahmen von „The Giving Pledge“ verpflichtet, mindestens die Hälfte seines Vermögens zu spenden. Gemeinsam mit seiner Frau Cari Tuna finanziert und leitet er die wohltätige Stiftung „Good Ventures“.

Bill Gates
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Er ist der Vorreiter in Sachen Wohltätigkeit. Der Microsoft-Gründer rief 2010 gemeinsam mit Warren Buffett „The Giving Pledge“ ins Leben. Bereits mehr als 180 superreiche Familien beteiligen sich daran. Mit der rund 29 Milliarden Dollar schweren „Bill & Melinda Gates Foundation“ kämpft er unter andrem gegen Kinderlähmung und Malaria.

Paul Allen
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Gates' früherer Geschäftspartner, mit dem zusammen er den Software-Riesen Microsoft gründete, beteiligt sich auch an „The Giving Pledge“. Der Großteil seines rund 17 Milliarden Dollar fassenden Vermögens soll in seine Familienstiftung und in wissenschaftliche Forschung fließen.

Tim Cook
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Auch der Apple-Chef will sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden. Zuvor werde er allerdings noch die College-Ausbildung seines heute zehnjährigen Neffen finanzieren. Durch die Auszahlung von Optionen könnte es sich bei seiner Spende mit der Zeit um eine Summe im Milliarden-Bereich handeln.

Richard Branson
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Der Brite zählt ebenfalls zu den „Giving Pledge“-Unterzeichnern. Der Unternehmer ist für seine Firmengruppe „Virgin“ bekannt, die unter anderem auch in ausgefallene Projekte wie private Raumfahrt investiert. „Dinge bringen kein Glück. Familie, Freunde, Gesundheit und die Zufriedenheit, einen positiven Unterschied gemacht zu haben, ist das, was wirklich zählt“ schrieb er 2013.

  • dpa
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