Justiz vermutet Verrat
Kadyrow in Tschetschenien beerdigt

Wenige Stunden nach der Ermordung und der Beisetzung des tschetschenischen Präsidenten sucht die russische Polizei verzweifelt nach den Tätern. Diese werden sogar in den eigenen Reihen vermutet, schließlich waren frühere Rebellen auch in Kadyrows Leibwache tätig.

HB MOSKAU. Die russische Justiz vermutet Verrat bei dem tödlichen Bombenanschlag auf den tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow in Grosny. Ermittelt werde vorrangig unter den Leuten, die für die Sicherheit in dem Fußballstadion zuständig gewesen seien, sagte der russische Vizegeneralstaatsanwalt Sergej Fridinski am Montag. Der am Vortag getötete Kadyrow wurde unterdessen in seinem Wohnort Zentoroi im Südosten Tschetscheniens beerdigt. Nach Medienberichten kamen tausende Menschen zu der Trauerfeier zusammen.

Bei dem Anschlag im Fußballstadion von Grosny waren Kadyrow (52) und fünf weitere Menschen getötet sowie 57 Menschen verletzt worden. Es sei unwahrscheinlich, dass ein Außenstehender die Bombe in dem Stadion habe legen können, sagte Fridinski nach Angaben der Agentur Ria-Nowosti.

Für Kadyrows Sicherheit in Tschetschenien war eine mehrere tausend Bewaffnete zählende Leibwache unter dem Kommando seines Sohnes Ramsan zuständig. In die umstrittene Truppe waren in den vergangenen Monaten auch frühere Rebellen aufgenommen worden. Kadyrow sollte für den Kreml die seit zehn Jahren umkämpfte Teilrepublik Tschetschenien befrieden. Der russische Präsident Wladimir Putin drohte noch am Sonntag Vergeltung für den Anschlag an.

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