Justizministerin in der Türkei

2.051 Mal Elend im Flüchtlingslager

Mehr als 100.000 Syrer sind vor dem Krieg in die Türkei geflüchtet. Dort bekamen sie jetzt ungewöhnlichen Besuch: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kam als erstes Regierungsmitglied in eines der Lager.
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Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) besucht als erstes Regierungsmitglied ein syrisches Flüchtlingslager. Quelle: dpa

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) besucht als erstes Regierungsmitglied ein syrisches Flüchtlingslager.

(Foto: dpa)

Kilis2.051 Mal Horror, Hoffnung, Enttäuschung, Mut, Angst und Bangen. 2.051 weiße Container ducken sich gleich hinter dem Grenzposten der südanatolischen Stadt Kilis. Nicht einmal einen Steinwurf ist hier Syrien entfernt, auf der anderen Seite des Schlagbaums. In den 2.051 Containern hausen etwa 13.000 syrische Flüchtlinge, obwohl offiziell nur Platz für 12.000 ist. Doch es werden immer mehr. Und schon jetzt sind die meisten Container mit staubig braunen Wollfecken verhängt, um wenigstens die Familien etwas vor den Blicken der anderen zu schützen. Doch Tausende drängen nach.

Hinter dem Grenzposten, vor dem eine gewaltige Blechlawine aus überladenen Wagen mit Kennzeichen aus aller Herren syrischer Städte sich staut, warten mindestens 6.000 Menschen. Vielleicht sind es auch allein hier, am Grenzposten Kilis, 10.000 Syrer, die auf Einlass in die schützende Türkei hoffen.

Aber man könne täglich nur 500, vielleicht 800 von ihnen herüberlassen, wenn es in den türkischen Auffanglagern einigermaßen geordnet zugehen solle. Die Türkei brauche jetzt „dringend Hilfe anderer Länder“, fügt Suleiman Tapsiz, der Gouverneur von Kilis, noch hinzu. Das Lager sei schon jetzt überlaufen, doch es kämen immer mehr Flüchtende.

Die, die hier Unterschlupf fanden in einem der Container mit seinen je 21 Quadratmetern, verteilt auf zwei Zimmer, Kochnische und Nasszelle, genießen die letzten warmen Strahlen, die die Olivenhaine um das Lager in gelbes Herbstlicht hüllen. „Wir haben 80 türkische Lira alle zwei Wochen pro Personen“, berichtet ein Mann mit einem akkurat gestutzten Vollbart. Seinen Namen nennen wolle er nicht, denn er habe Angst vor Verfolgung der Verwandten. Sie hätten die Flucht noch nicht gewagt, harrten mit kranken Angehörigen noch im syrischen Heimatdorf zwischen Kilis und der heftig umkämpften nordsyrischen Industriemetropole Aleppo aus.

Die 80 Lira, umgerechnet rund 35 Euro, reichten noch für die Einkäufe in den drei Supermärkten im Lager. „Doch bald kommt der Winter und wir haben nur Sommersachen und kein Geld für warme Klamotten“, übersetzt der Mann die Worte der Frau seines Bruders. „Wir hoffen alle, dass wir bald wieder heim können. Man kann es kaum aushalten, die täglichen Horrormeldungen am Handy aus der Heimat, die Hilflosigkeit, das Nichtstun, die Trauer der Kinder

Immerhin werde er nun nicht mehr gefoltert. Durch die Offensive der Rebelleneinheiten hätten Häftlinge in einigen Städten wie Aleppo fliehen können. „Ich saß fast zwölf Jahre in Assads Folterknast. Er ist ein Henker, ein Mörder“, zieht der Bärtige über den syrischen Diktator Bashar al-Assad her.

„Mit eigenen Augen habe ich gesehen, wie Soldaten Menschen lebendig begraben ließen und dann mit Bulldozern die zugeschüttete Fläche plattwalzten“, schnürt es ihm noch immer die Kehle zu. Horrorgeschichten wie diese haben viele hier im Lager zu berichten. Immerhin müssten sie sie nicht mehr selbst durchleiden. Doch das Nichtstun nage an ihren Nerven.

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7 Kommentare zu "Justizministerin in der Türkei: 2.051 Mal Elend im Flüchtlingslager"

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  • Wenn es um turkei geht kommen nur dummen kommentare die mit hass ausgesprochen wird wie konnts ihr deutscland mit turkei vergleichen uberall der grenzen der turkei ist feuer machts mall eure augen auf...

  • Ja, mir tun auch die Kinder und jungen Mütter leid. Sie sind es immer, die alles ausbaden müssen
    Aber warum wird Erdogan denn nicht fertig damit?
    Da war der doch erst hier, hat uns quasi gedroht, wenn wir ihn nicht in die EU nehmen, dann... Hat sich hier aufgespielt wie der neue Herrscher, die Türkei als Superland gepriesen und nun soll Deutschland wohl mal wieder die Flüchtlinge, schließlich sind es Moslems, aufnehmen? Weil er mit so ein paar Flüchtlingen nicht fertig wird?
    Wie war das denn im Kosovo Krieg? Da hat Deutschland die meisten, wenn nicht alle, Kriegsflüchtlinge aufgenommen, da kam auch keiner um zu helfen
    Wo sind denn die anderen europ. Länder?
    Was hat unsere dämliche Justizminsiterin dahin zu fahren?
    Besteht Europa nur aus Detuschland, wenn es darum geht, zu helfen? Offenbar ja, deutlicher kann man es nicht zeigen

  • Sprache der Osmanen ?? Was um Gottes Willen ist die Sprache
    der Osmanen ? Habe ich was bei Karl May , der die Quelle vieler Türkeikenner ist, verpasst ?? Kann mich jemand auf-
    klären ??

  • nun weiß aber auch die Türkei wie wir uns seit jahren fühlen, wenn massen an Menschen nach Europa bzw Deutschland drängen. Nur mit den Unterschied das sie nicht um Ihr Leben bangen müßen.

    Autogrammgarten verteilen ist ja auch mehr wie geschmacklos. Kinder sind die größten verlierer im Krieg, es müßte jedem das Herz brechen sowas mit anzuschauen.

    Man kann nur hoffen das es bald zur einer Entscheidung kommt. Der Konflikt in Syrien endlich beendet wird.

  • 2051 Muslime.
    Alle schnell her zu uns, hurra !

  • Was die Flüchtlinge ganz dringend brauchen, sind Autogrammkarten. Die lassen sich prima im Winter anziehen oder kochen.

  • Es wird Zeit das die islamistischen Terroristen aus Syrien gejagt werden. Das es nicht um Menschenrechte geht, zeigt Saudi-Arabien - flotter, Verschleppung und Mord ist dort an der Tagesordnung und wo sind unsere Hilfen für die Menschen dort? Wo sind die Medienberichte darüber? Statt den Menschen dort zu helfen, helfen wir dem Saudi-Regime bei der Ausbildung der Religionspolizei - einfach widerwärtig!

    Wir haben genug von diesen Lügen die Millionen Menschen das Leben kosten. Wo sind die Berichte über NATO-Aerosol-Bomben auf Libysche Städte?

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