Kabila fordert EU-Eingreiftruppe
Kämpfe im Kongo nehmen kein Ende

Nach Bukavu soll im Osten Kongos eine zweite Stadt an die Rebellen gefallen sein. Das berichtete der britische Sender BBC am Sonntag unter Berufung auf Militärs. Damit haben sich die Kämpfe zwischen der Armee und abtrünnigen Soldaten ausgeweitet.

HB KINSHASA/NAIROBI. Die reguläre Armee habe den Ort Walikale, etwa 150 Kilometer westlich von Bukavu, verlassen. Die UN-Mission im Kongo (MONUC) dementierte später die Einnahme der Stadt durch die Dissidenten und sprach von Zusammenstößen zwischen der lokalen Mai-Mai-Miliz und der Armee.

Präsident Laurent Kabila habe in einem Telefonat mit dem französischen Außenminister Michel Barnier um die Entsendung einer europäischen Eingreiftruppe gebeten, berichtete Radio Okapi. Eine EU-Truppe unter französischer Führung hatte im vergangenen Jahr die zeitweise UN-Mission in der Krisenregion Ituri verstärkt.

Der Abzug der Truppen des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda aus Bukavu verzögerte sich unterdessen weiter. Nkunda hatte die Räumung der Stadt bis Sonntagabend angekündigt. Etwa 2000 Kongolesen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks in Folge der Unruhen mittlerweile nach Ruanda geflohen. In der Hauptstadt Kinshasa war es in den vergangen Tagen zu den schlimmsten Unruhen seit der Machtergreifung durch Laurent Kabila 1997 gekommen.

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