Kabinett-Sondersitzung
Über Irlands Finanzen lichtet sich der Nebel

Die irische Regierung in Dublin will heute den Weg für ein neues Sparpaket freimachen. Das Kabinett wird am Nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, wie ein Sprecher in Dublin mitteilte. In der nächsten Woche wollen die Iren dann einen Vierjahresplan vorstellen, mit dem sie ihr Rekorddefizit bekämpfen wollen. Daran sollen die internationalen Hilfen angepasst werden.
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HB LONDON/DUBLIN. Die Details des Vierjahresplanes, der nach früheren Angaben von Finanzminister Brian Lenihan Einsparungen von mindestens 15 Mrd. Euro bei den öffentlichen Ausgaben beinhaltet, sollen demnach am Dienstag vorgestellt werden.

Der Plan soll aufzeigen, wie das Rekord-Staatsdefizit von derzeit 32 Prozent bis 2014 auf die in der Eurozone erlaubten drei Prozent gedrückt werden soll. Erst danach wird erwartet, dass Details über das Hilfspaket bekanntwerden, welches Experten von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds gegenwärtig mit irischer Regierung und irischer Notenbank verhandeln. Die Gespräche waren am Samstag fortgesetzt worden.

Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Lorenzo Bini Smaghi, warf unterdessen in einem Interview mit der „Welt am Sonntag„ den Euro-Ländern vor, den Iren nicht genug auf die Finger geschaut zu haben. Die Probleme hätten sich bereits im Sommer angedeutet. Die Iren hätten die Herausgabe wichtiger Zahlen verzögert, ohne dass die EU-Partner dies moniert hätten, beklagte Bini Smaghi, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der irische Zentralbankchef hatte bereits am Donnerstag gesagt, es gehe um einen Kredit von „mehreren zehn Mrd. Euro“. Lenihan hatte am Freitag erstmals zugegeben, dass das marode irische Bankensystem Geld von außen braucht. Zuvor hatte Dublin stets den Standpunkt vertreten, Irland könne seine Probleme alleine lösen.

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