Kabinett umgebildet- Streit um Gas
Regierungskrise in Bolivien

Der Streit um die Vermarktung von Erdgas hat Bolivien erneut in eine schwere politische Krise gestürzt. Die 15 Mitglieder der Regierung von Präsident Carlos Mesa erklärten am Dienstagabend (Ortszeit) geschlossen ihren Rücktritt, um den Weg für eine Regierungsumbildung frei zu machen.

HB LA PAZ. Mesa berief kurz darauf den bisherigen Wirtschaftsminister Xavier Nogales zum neuen Energieminister, berichtete die Nachrichtenagentur Bolpress.

Das Thema der Erdgasexporte hatte im vergangenen Oktober in Bolivien zu wochenlangen Protesten mit mehr als 80 Toten und zum Sturz von Präsident Sánchez de Lozada geführt. Die Gewerkschaften und andere Gruppen hatten der Regierung vorgeworfen, sie habe das Erdgas ausländischen Konzernen zu billig überlassen. Bolivien leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Sozialkrise.

Präsident Mesa kündigte eine Volksabstimmung zur Verwendung der Erdgasvorkommen des Landes an. Bolivien müsse mindestens 50 % der Gewinne aus der Vermarktung des Erdgases erhalten, betonte er.

Nogales löste Antonio Araníbar als Energieminister ab, der das Amt erst vor einem Monat übernommen hatte. Beide waren immer wieder in Detailfragen in Streit geraten. Neuer Wirtschaftsminister wurde Horst Grebe López, und das Amt für Indio-Angelegenheiten übernahm der Kabinettsneuling Ricardo Calla Ortega. Beide sind frühere Marxisten. Die meisten anderen Minister wurden vom Präsidenten in ihren Ämtern bestätigt.

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