Kabul
Afghanischer Innenminister Dschalali zurückgetreten

Konflikt in Kabul: Der afghanische Innenminister Ali Ahmed Dschalali ist zurückgetreten. Grund sind regierungsinterner Streitigkeiten über die Ernennung von Gouverneuren und hochrangigen Mitarbeitern.

HB KABUL. Dschalali konnte sich mit Präsident Hamid Karsai nicht über die Ernennung von Amtsträgern in den Landesprovinzen einigen. Der Minister selbst sagte dem afghanischen privaten Fernsehsender Tolo in einem Interview: „Einer der Hauptgründe ist, dass ich meine akademische und wissenschaftliche Forschung wieder aufnehmen möchte.“

Über einen Nachfolger ist noch nicht entschieden. Der Rückzug des im Westen ausgebildeten Technokraten gilt als Rückschlag für die internationalen Bemühungen, das Land nach mehr als 25 Jahren Krieg und Gewalt politisch zu stabilisieren.

Dschalali hatte einigen Regierungsmitgliedern jüngst vorgeworfen, in Afghanistans massiven Drogenhandel verwickelt zu sein. Der Drogenhandel gilt seit langem eines der größten Hindernisse für die langfristige Sicherheit im Land. Darüber hinaus war der bisherige Innenminister Berichten zufolge unzufrieden darüber, dass Minister nicht über zwei Staatsangehörigkeiten verfügen dürfen.

Der Regelung nach hätte der frühere Soldat und Journalist seinen amerikanischen Pass abgeben müssen. Dschalali war 2002 nach jahrzehntelangem Exil in den USA nach Afghanistan zurückgekehrt.

Ein Mitarbeiter des Präsidentenbüros bedauerte den Rückzug. „Er hat ausgezeichnete Arbeit geleistet“, sagte er. Im Gespräch für Dschalalis Nachfolge sind unter anderem der Minister für landwirtschaftliche Entwicklung, Hanif Atmar, sowie Energieminister Ismail Chan.

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