Kabul
Mindestens vier Tote bei Talibanangriff

Die Taliban haben sich zu einem Autobomben-Anschlag auf ein Gästehaus in Kabul bekannt. Nach der Explosion gab es Schusswechsel. Mindestens vier Menschen sind bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

KabulBei einem Angriff der Taliban auf ein internationales Gästehaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei der Angreifer. Die Gefechte dauerten am Freitagabend noch an.

Erst am Dienstag hatten Taliban-Kämpfer den Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Bei den 27-stündigen Gefechten waren mindestens 61 Menschen getötet worden, darunter auch die elf Angreifer. Gleichzeitig hatten Taliban in der Provinz Helmand einen ganzen Distrikt unter ihre Kontrolle gebracht.

Laut einem Augenzeugenbericht zündeten die Talibankämpfer am Freitagabend gegen 18.00 Uhr (Ortszeit) zunächst eine Autobombe vor dem Tor des Gästehauses im zentralen Stadtteil Scherpur. Dabei sei ein afghanischer Wachmann ums Leben gekommen, sagte ein Sicherheitsmann des benachbarten Hauses.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy teilte später mit, ein spanischer Polizist sei tödlich verletzt worden. Details gab er zunächst nicht bekannt. Der stellvertretende afghanische Innenminister Ajub Salangi teilte nach fünfstündigem Einsatz gegen die Angreifer via Twitter mit, zwei Taliban seien getötet worden. Die Operation dauere jedoch an. Wie viele Angreifer in das Haus eingedrungen waren, blieb zunächst unklar.

Verwirrung gab es auch um das Ziel der Attacke. Zunächst hatte das Außenministerium in Madrid bestätigt, dass der Angriff der Botschaft gegolten habe. Später dementierte Ministerpräsident Rajoy mit den Worten: „Der Anschlag von Kabul galt nicht der spanischen Botschaft in Afghanistan.“ Die spanische Botschaft arbeitet in Scherpur in mehreren Gebäuden, von denen einige auch als Gästehäuser dienen.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte über Twitter mit: „Selbstmordattentäter sind in ein Gästehaus ausländischer Besatzer eingedrungen.“

Das zentrale Kabuler Viertel Scherpur war am Abend zunächst von einer schweren Explosion erschüttert worden. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte: „Ich kann bestätigen, dass ein Gästehaus von Ausländern in der Gegend Scherpur in Kabul mit einer Autobombe angegriffen wurde. Bislang kennen wir die Anzahl der Opfer nicht.“ Afghanische Spezialkräfte seien in der Gegend.

Das Emergency-Hospital, ein Krankenhaus am Rande Scherpurs, teilte über Twitter mit, dort seien sieben verletzte Afghanen aufgenommen worden. Mehrere internationale Organisationen haben Gästehäuser in Scherpur. Auch viele hochrangige afghanische Politiker leben in dem wohlhabenden Viertel. Anwohner berichteten, das Viertel sei nach der Detonation abgeriegelt worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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