Kabul
Rumsfeld zu Überraschungsbesuch in Afghanistan

Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist überraschend zu einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Er will dort mit verschiedenen Seiten über die wieder zunehmende Gewalt in dem Land diskutieren.

HB KABUL. Ziel der Gespräche sei es, die strategische Partnerschaft mit der Nato weiter zu stärken, sagte der Minister vor Journalisten. Das Verteidigungsbündnis soll in diesem Monat das militärische Kommando im besonders gefährlichen Süden des Landes von den US-Truppen übernehmen.

In Afghanistan gibt es nach Jahren relativer Ruhe seit einigen Monaten wieder schwere Anschläge, zumeist von den radikal-islamischen Taliban. Seit Januar kamen etwa 1200 Menschen bei Angriffen und Gefechten ums Leben, darunter etwa 60 ausländische Soldaten. Neben dem Süden gelten auch die östlichen Landesteile als besonders betroffen. Die Bundeswehr ist im Norden Afghanistans am Wiederaufbau des Landes beteiligt.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte am Dienstag, die Zunahme des Terrors läge auch an der Schwäche der afghanischen Polizei vor allem an der Grenze zu Pakistan. Die Rebellen würden aus dem Ausland unterstützt.

Derzeit läuft in Südafghanistan mit der Operation „Mountain Thrust“ („Vorstoß in die Berge“) die größte Offensive der Koalitionstruppen und der afghanischen Armee seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Die Nato-geführte Internationale Schutztruppe ISAF soll Ende des Monats die Verantwortung für den instabilen Süden von den Koalitionstruppen übernehmen. Die USA wollen ihre Truppen in Afghanistan im Gegenzug von rund 19 000 auf 16 500 reduzieren.

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