Kabul
Tote bei IS-Anschlag auf irakische Botschaft

Eine schwere Explosion erschüttert das Stadtviertel um die irakische Botschaft in Kabul und fordert Todesopfer. Die Behörden sprechen von einem Selbstmordanschlag – der Islamische Staat reklamiert die Tat für sich.
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KabulBei einem Anschlag der Extremistenmiliz IS auf die Botschaft Iraks in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Nach Angaben der afghanischen Behörden sprengte sich am Montag ein Selbstmordattentäter am Tor der Botschaft in die Luft und verschaffte dadurch Mitkämpfern Zugang zum Gelände. Dort hätten sich drei Angreifer dann mehrere Stunden lang ein Feuergefecht mit den Sicherheitskräften geliefert. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag. Am Nachmittag erklärte das Ministerium, der Anschlag sei vorüber, „alle Terroristen“ seien tot.

Auch zwei afghanische Botschaftsmitarbeiter seien ums Leben gekommen, erklärte das Innenministerium. Iraker seien nicht zu Schaden gekommen. Dem IS-Internet-Sprachrohr Amak zufolge sprengten sich zwei Angreifer am Tor in die Luft und töteten dabei 27 Wachleute. Zwei weitere Kämpfer seien dann auf das Gelände vorgedrungen. Ein von Italienern betriebenes Krankenhaus in der Nähe der Botschaft teilte mit, es seien zwei Verletzte eingeliefert worden.

Die Sicherheitslage in Afghanistan wird immer schlechter. Erst vergangene Woche waren in Kabul bei einem Selbstmordanschlag auf Regierungsbedienstete mindestens 35 Menschen getötet worden. Dazu hatten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt.

Auch der IS verübt immer mehr Anschläge am Hindukusch. Die radikal-sunnitische Organisation hat sich zu mehreren Attentaten in der Hauptstadt bekannt, die zumeist auf Mitglieder der vorwiegend schiitischen Gemeinschaft der Hasara zielten. Nach Angaben aus afghanischen Sicherheitskreisen ist der IS inzwischen in neun der 34 Provinzen des Landes aktiv.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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