Kabul
Tote bei Taliban-Angriff auf Uno-Gästehaus

Mit automatischen Waffen und Sprengwesten haben Taliban-Kämpfer am frühen Mittwochmorgen ein von Uno-Mitarbeitern genutztes Gästehaus in Kabul überfallen. Dabei kamen sechs Mitarbeiter der Vereinten Nationen ums Leben. Mindestens neun weitere Menschen wurden verletzt. Bei den Todesopfern handele es sich vermutlich um Ausländer, sagte ein Uno-Sprecher in der afghanischen Hauptstadt.
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HB KABUL. Die Islamisten hatten sich am Morgen in dem Gebäude verschanzt und lieferten sich nach Polizeiangaben über mehrere Stunden Gefechte mit den afghanischen Sicherheitskräften. Augenzeugen und Sicherheitskreisen zufolge wurden auch Raketen auf ein Hotel abgefeuert, das in der Nähe des Präsidentenpalastes in Kabul liegt.

Zu dem Angriff auf das Gästehaus bekannten sich die Taliban. Mehrere Mitglieder eines Selbstmordkommandos hätten Uno-Mitarbeiter als Geiseln genommen, hieß es in einer auf Englisch abgefassten Botschaft, die die Islamisten an die Nachrichtenagentur Reuters schickten. Drei mutmaßliche Selbstmordattentäter sprengten sich während des Gefechts offenbar selbst in die Luft. Ihre Leichen lagen in dem Gebäudekomplex. Die Taliban hatten Angriffe vor der Stichwahl um das afghanische Präsidentenamt am 7. November angekündigt.

Am Ort des Geschehens war es zu heftigen Schusswechseln und mehrere Explosionen gekommen, über den Dächern der Hauptstadt stieg schwarzer Rauch auf. Ein Polizist sagte, fünf oder sechs Angreifer seien in das Gebäude eingedrungen. Sicherheitskräfte brachten eine hinkende und weinende Ausländerin aus dem Gästehaus. Ein Mensch wurde herausgetragen, wobei unklar blieb, ob er tot oder verletzt war.

Das beschossene Hotel wurde von mehreren Explosionen erschüttert. Mehr als 100 Menschen seien in einen unterirdischen Bunker gebracht worden, sagte ein ausländischer Hotelgast. Von Toten oder Verletzten sei nichts erkennbar.

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